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Film "Corsage"

Die Enge des Korsetts

Das beengende Korsett als Körperkäfig ist titelgebendes Symbol in Marie Kreutzers neuem Film „Corsage“ über das 41. Jahr von Kaiserin Elisabeth. Ein Atelierbesuch bei Kostümbilderin Monika Buttinger.

Die Beengung, der Körperkäfig, die aufgezwungene Einschnürung: Für all das steht das Korsett in der Kostüm­geschichte, bis es aus der Alltagsmode – für Frauen – verschwindet. Und als Symbol eignet es sich auch für das Leben der Kaiserin Elisabeth von Österreich, findet Regisseurin Marie Kreutzer: Ihr Film „Corsage“ über das 41. Lebensjahr einer überaus exzentrischen, die Erwartungen an sie zusehends zurückweisenden Elisabeth stieß bei seiner Weltpremiere in Cannes zuletzt auf äußerst positive Resonanz und kommt Anfang Juli in österreichische Kinos.

Die Aufmerksamkeit, die der Ausstattung – Szenen- und Kostümbild – in historischen Produktionen zuteil wird, findet Kreutzer beinahe ungerecht: „Die wichtigen Preise in dem Bereich gehen meist an Historienfilme. Dabei ist es genauso schwierig, einen in der Gegenwart spielenden Film auszustatten, wenn nicht noch schwieriger.“ Schließlich sei das Publikum ständig im Begriff, das Dargestellte mit der eigenen Lebensrealität gegenzuchecken oder Plausibilitätsmängel festzustellen. „Ich finde sogar den Begriff Kostümfilm irreführend: Denn niemand trägt in egal welchem Film seine private Kleidung“, fügt Kreutzer hinzu, versteht zugleich aber die Faszination, die für viele von historischen Gewändern (und Gemächern) ausgehen mag.