Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Fotografie

Fotofestival La Gacilly–Baden: Wo Pacman Namen frisst

Verena Prenner
Verena Prenner vor ihren Bildern beim Outdoor-Festival in Baden.(c) Jana Madzigon
  • Drucken

Verena Prenner zeigt mit absurden Fotos absurde Realitäten. Ihre Bilder aus einem palästinensischen Camp sind jetzt beim La Gacilly-Outdoor-Festival in Baden zu sehen.

Ein Foto zeigt ihre eigene Unterkunft: selbst gebaute Regale aus Stockerln und Holzbrettern, billige Plastiksessel, eine Menge buntes Material, das sich an einer Stelle zu einer Art Giraffe aus Müllsäcken fügt, eine Figur, die sich später auch an anderer Stelle wiederfindet.

„Camping“ heißt Verena Prenners Serie inszenierter Bilder, die beim eben eröffneten Fotofestival La Gacilly–Baden zu sehen ist. Das Festival, das sich durch die ganze Stadt zieht, ist das größte Outdoorfestival Europas und zeigt heuer erstmals auch österreichische Fotografinnen: Inge Morath, Christine de Grancy – und Prenner.

Das Wort Camping klingt dabei nur auf den ersten Blick nach Ferienidyll: Entstanden sind die Bilder in einem palästinensischen Flüchtlingscamp. Dort gelandet war die Soziologin und Fotografin zunächst, um mit Taxifahrern über deren veränderte Lebens- und Arbeitsbedingungen seit dem Bau der Mauer zwischen Israel und dem Westjordanland zu sprechen. Anfangs verbrachte sie die meiste Zeit mit jenen Männern, die „das Außen nach innen“ bringen. „Sie haben eh nix anderes zu tun, als zu warten. Und es hat relativ lang gebraucht, bis sie mich als ausländische Frau ein bisschen ernst genommen und respektiert haben. Na ja, respektiert kann man nicht sagen. Aber sie haben angefangen zu erzählen.“