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Das Kondom kennt jeder. Welche anderen Mittel früher zur Verhütung verwendet wurden, erfährt man im Verhütungsmuseum.
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Serie: Gefühlssache

"Es mangelt am Bewusstsein für Verhütung"

Verhütung, selbstbestimmte Sexualität und Familienplanung sind längst kein Tabu mehr. Warum es ein Museum gerade deswegen braucht.

Etwas unscheinbar versteckt sich das „Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch“ im ersten Stock eines Altbaus am Mariahilfergürtel. Gleich nebenan befindet sich ein Ambulatorium für Schwangerschaftsabbruch und Familienplanung. Aus der 2003 gegründeten Ambulanz hat sich 2007 auch das Museum entwickelt, aus den Einnahmen des Ambulatoriums wird es teils auch finanziert. Gerade die Betreuung von Frauen bei der Abtreibung habe gezeigt, dass es nicht an faktischem Wissen rund um Verhütung mangele, sondern an Bewusstsein, erzählt der Gynäkologe Christian Fiala, Leiter von Museum und Ambulanz, im Gespräch mit der „Presse“. „Heute haben wir ein Verhütungsparadoxon. Es gibt so viele wirksame Verhütungsmethoden wie nie zuvor, dennoch ist die Zahl der Abtreibungen in den letzten 20 Jahren konstant gleich geblieben“, berichtet Fiala.

Ein Phänomen, dass er mit einem Paradigmenwechsel im Bewusstsein rund um Verhütung erklärt. Vor der breitenwirksamen Einführung der Pille, Anfang der 60er-Jahre, hätten die Menschen noch ein Gefühl dafür gehabt, was eine ungewollte Schwangerschaft bedeutet. Heute würden viele Frauen den Wunsch äußern, natürlich oder hormonfrei zu verhüten. „Früher kannte jeder diese eine Person, die illegal abtreiben musste, oder viele Kinder hatte. Eine Frau, die gesagt hat, pass auf, denn sonst endest du so wie ich. Dieser Realitycheck der natürlichen Fruchtbarkeit ist mittlerweile weggebrochen.“ In der Verhütungsberatung sei es deswegen heute nicht mehr wichtig zu informieren, wie man verhütet, sondern eher, warum verhütet werden soll.

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