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Der Lacrosse-Schläger: "Stick" mit "pocket"
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Weg zur WM

Lacrosse: Wenn der Fangarm ein Schläger ist

Von nordamerikanischen Indianerstämmen erfunden, steht bei diesem Team-Ballsport die Koordination im Fokus. Österreichs Frauen fahren zur WM in die USA – auf eigene Kosten.

Wien. Die hohe Kunst im Lacrosse ist zugleich das Alleinstellungsmerkmal. Konträr zu vielen anderen Sportarten kommt es bei dem von nordamerikanischen Indigenen erfundenen Spiel nicht primär darauf an, den Ball mit einer Art Schläger möglichst gut zu treffen, sondern diesen mit dem taschenartigen Netz am Ende des „stick“ auch zu fangen. „Es ist genau das Gegenteil von dem, was man gewöhnt ist. Das braucht ein bisschen Übung und kann am Anfang leicht frustrierend sein“, erklärt Marlene Haase. Die Wienerin weiß, wovon sie spricht. Immerhin zählt sie zu den 18 Lacrosse-Spielerinnen, die Österreich ab 29. Juni bei der WM im US-Bundesstaat Maryland vertreten.

Genau hier, an der nordamerikanischen Ostküste, bereiteten sich einst indianische Stämme mit diesem Ballspiel auf Kriege vor oder klärten Streitigkeiten. Hatte es damals mitunter auch einen tödlichen Ausgang, ist der Wettkampf zwischen 30 Nationen heute ein sehr familiärer. „Lacrosse hat eine tolle Community. Man kennt sich, es geht alles sehr fair zu“, erklärt Haase. Je zehn Spielerinnen (aufgeteilt in Offensive, Defensive, Mittelfeld und Torhüterin) spielen in viermal 15 Minuten auf einem dreigeteilten Feld auf Tore, die ähnlich dem Eishockey im letzten Drittel positioniert sind. Die Koordination mit Hand und „stick“, aber auch als Team steht im Vordergrund, Ausdauer bei den Sprints zählt mehr als reine Muskelkraft.