Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Wiener Festwochen

Das Verhör der Whistleblowerin in Zeiten von Donald Trump

Besuch vom FBI: Will Cobbs und Pete Simpson als Agenten, Katherine Romans als Verdächtige.
Besuch vom FBI: Will Cobbs und Pete Simpson als Agenten, Katherine Romans als Verdächtige, die Geheiminformationen weitergab.Schaubühne / Gianmarco Bresadola
  • Drucken

„Is This A Room" von der US-Theatertruppe Half Straddle ist ein bestechend simples Kammerspiel. Tina Satters Inszenierung eines Protokolls wirkt intensiv.

Diesen Namen kann man gar nicht erfinden. Er ist so absurd wie die politische Realität in den USA: Reality Leigh Winner heißt jene junge Frau, die 2017 im Geheimdienst ihres Landes einen internen Bericht an ein Aufdeckermedium weitergab. Das Papier war topsecret. Sein Inhalt: Russlands Regime hatte 2016 versucht, die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten massiv zu manipulieren. Bekanntlich siegte der Rechtspopulist Donald Trump. Es war also von Relevanz für die Öffentlichkeit, zu erfahren, wie sehr Moskau am Sieg der Republikaner beteiligt war.

Was Frau Winner, die für die Agentur für Nationale Sicherheit (NSA) als Linguistin für Farsi, Dari und Paschtu arbeitete, getan hat, nennt man Whistleblowing, ein umstrittenes Agieren in gesetzlichen Grauzonen. Wie aber hat die Staatsmacht in Trumps Regierungszeit auf diese Enthüllung reagiert? Sie schlug zurück. Winner wurde vom FBI ausfindig gemacht und verhört. Sie war geständig und wurde vom Gericht zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, wegen „unauthorized release of government information to media“.