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Das aus 2,8 Millionen Ziegeln erbaute Museum in Jingdezhen.
Architektur

Brick Award 22: Parabolische Gewölbe aus 2,8 Millionen Ziegeln

Alle zwei Jahre kürt Wienerberger die besten Ziegelbauten. Heuer befindet sich ein Museumsbau, ein gemischt-genutztes Gebäude sowie ein im Halbkreis stehender Wohnbau aus handgeformten Ziegeln unter den Gewinnern.

Neben den Ruinen des kaiserlichen Brennofens aus der Ming-Dynastie in der chinesischen Stadt Jingdezhen befindet sich der Gewinner, nicht nur in der Kategorie „Sharing public spaces“, sondern auch des Grand Prize des renommierten „Brick Award 22“. Alle zwei Jahre kürt der heimische Baustoffhersteller Wienerberger herausragende Ziegelbauten. Vor kurzem war es wieder soweit. Hier die Gewinner im Überblick:

Das „Jingdezhen Imperial Kiln Museum“ wurde vom Studio Zhu Pei geplant. Acht parabolische Ziegelgewölbe bilden den Museumsbau, der zwei ebenerdige und fünf unterirdische Ausstellungssäle zählt. Die Zigarrenform der Gewölbe ist von der traditionellen Form der Brennöfen abgeleitet. 2,8 Millionen Ziegel wurden für den Bau verwendet - neue wie auch alte, die beim Abriss von Brennöfen übriggeblieben sind.

Imposanter Museumsbau mit acht parabolischen Ziegelgewölben.
Imposanter Museumsbau mit acht parabolischen Ziegelgewölben.schranimage / Studio Zhu Pei

In Frankreich befindet sich der Gewinner der Kategorie „Living together": Avenier Cornejo Architects errichteten in Patin am Ufer des Canal de l'Ourcq drei Gebäude mit insgesamt 88 Wohnungen sowie einer Gewerbefläche, die im Halbkeis stehen und einen kleinen Platz umschließen, der sich zum Kanal öffnet. Als Material wurde ein handgeformter Backstein verwendet, der im Läuferverband mit Hohlfugen gemauert ist. Die Fensterfelder sind im flämischen Verband, wobei die Binderziegel etwas zurückgesetzt sind, sodass eine Reliefwirkung entsteht.

Die Ziegel für die drei Gebäude in der Rue Danton in Pantin wurden auch als Pflastersteine für den Pfad verwendet.
Die Ziegel für die drei Gebäude in der Rue Danton in Pantin wurden auch als Pflastersteine für den Pfad verwendet.Schnepp Renou, Simon Schnepp und Morgane Renou

„Feeling at home“ in Ecuador

„The House that Inhabits" in Babahoyo, Ecuador, wurde vom Architekturkollektiv Natura Futura gebaut und ist der Gewinner der Kategorie „Feeling at home“. Es soll laut den Architekten ein Statement gegen die Kommerzailisierung der Stadt sein sowie dem Ziegel als Baumaterial eine symbolische Funktion verleihen. Das Gebäude knüpft an den traditionellen Haustyp der Stadt an. Im Erdgeschoß befinden sich die Gewerbeflächen, im Obergeschoß eine Wohnung sowie fünf Räume einer Bildungseinrichtung.

"The House that Inhabits - Productive Urban Housing (Ecuador).
"The House that Inhabits - Productive Urban Housing (Ecuador).Jose Fernando Gomez

„2226 Emmeenweid“ nennt sich das viergeschoßige Gewinnerprojekt in der Kategorie „Working togehther“ von Baumschlager Eberle Architekten in Emmenbrücke, Schweiz. Der Neubau fällt durch hellen Kalkputz und eine regelmäßige Anordnung der tief in den Mauern liegenden Fenster auf.  Der Wandaufbau besteht aus zwei Schichten von jeweils 26,5 Zentimeter dicken Ziegeln, die eine als tragende und isolierende, die andere allein als isolierende. Eine stabile Innenraumtemperatur zwischen 22 und 26 Grad Celsius soll unter anderem mit dieser Bautechnik gewährleistet sein.

Der Name "2226 Emmenweid" stammt aus dem Haustechnikkonzept, das für eine stabile Innenraumtemperatur sorgt.
Der Name "2226 Emmenweid" stammt aus dem Haustechnikkonzept, das für eine stabile Innenraumtemperatur sorgt.René Dürr

Identitätsstiftend und typisch chinesisch

Vor Baubeginn des Gewinners in der Kategorie „Builing outside the box“ stand auf dem Grundstück ein Lagerhaus und mehrere kleine Häuser: Auf Wunsch des Auftraggebers von „Tsingpu Yangzhou Retreat“ in Shanghai (China), sollten diese teilweise erhalten bleiben und identitätsstiftend wirken. Die Häuser und ein Luxushotel zu vereinen wurde mittels chinesischer Tradition zustande gebracht. Durch die Typologie traditioneller chinesischer Hofhäuser wurde ein Raster über das Gelände gelegt, das die Bestandsgebäude integriert. Das Projekt der Architekten Neri & Hu Design and Research Office entstammt der Architektur der Region und zeigt ökologische Verantwortung durch Recycling und Wiederverwertung alter Ziegel.

Öffnungen in der Wand bieten immer wieder Durchsichten in andere Bereiche: Rezeption, Restaurant oder Gästezimmer.
Öffnungen in der Wand bieten immer wieder Durchsichten in andere Bereiche: Rezeption, Restaurant oder Gästezimmer.Pedro Pegenaute

>>> Brick Award 20: Die besten Ziegelbauten des Jahres (Bildergalerie)

>>> „Brick Awards verliehen“ ("Presse"-Artikel, 24. 9. 2020)

Mehr Infos unter: www.brickaward.com