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Brüssel-Briefing

Der seltsame Herr Várhelyi

Der ungarische EU-Kommissar fällt sowohl seinen Kollegen in Brüssel als auch den Außenministerien mit fragwürdigen Alleingängen zusehends ungut auf. Die Interessen der ungarischen Regierung scheinen ihm näher zu sein als seine Amtspflichten.

Am Dienstagabend hatte Olivér Várhelyi Grund zur Freude. „0-4. In London heute Nacht. Schön war es, Burschen! Ria-ria-HUNGÁRIA!“ twitterte der ungarische EU-Kommissar für Erweiterung und Nachbarschaftspolitik. Dem Taumel der Begeisterung darüber, dass Ungarns Fußballteam England auf der Insel derart rasiert hat, wollen wir es zuschreiben, dass Várhelyi London mit dem Spielort Wolverhampton verwechselt hat.

Solche Gefühlsausbrüche erlebt man bei dem ehemaligen ungarischen EU-Botschafter selten. Zumindest nicht coram publico. Várhelyi meidet die Medien, ich kann mich an keine längere Pressekonferenz mit ihm erinnern. Aber ich habe mit Leute gesprochen, die ihn seit Jahren persönlich ziemlich gut kennen. Sie beschreiben ihn als ziemlich ungut und cholerisch, wenn seine Untergebenen nicht so spuren, wie ihm das vorschwebt.