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E-Rezept

E-Rezept: Chaos und Fiasko ab Juli befürchtet

Apotheker sowie Ärzte fordern Verschiebung.

Wien. Mit Juni sollte die bisherige elektronische Übermittlung von Rezepten im Rahmen der E-Medikation enden und nur noch das neue E-Rezept gelten. Doch es steht eine Verschiebung im Raum, denn bei Umsetzung der Pläne würden Staus in Apotheken drohen.

Der Grund sind im Wesentlichen fehlende Lesegeräte. Die Apothekerkammer will eine Verschiebung bis Jahresende und warnt vor einem „Fiasko“, wie Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr es formuliert. Dabei drängt die Zeit: Denn aktuelle Gesetzeslage ist, dass ab 1. Juli nur noch das E-Rezept gilt.

Mit dem E-Rezept, das an sich schon länger in der Einführungsphase ist, braucht es, wenn die Mediziner das Rezept nicht ausdrucken, die E-Card. Diese muss dann gesteckt werden, damit die Apotheke ablesen kann, welches Präparat dem Patienten verschrieben wurde. Laut Mursch-Edlmayr fehlen 5000 Kartenlesegeräte und die könnten vom Anbieter nicht vor September oder Oktober geliefert werden. Einige Hundert Apotheken hätten überhaupt nur ein Lesegerät.

 

Sozialversicherung kontert

Der Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger, Peter Lehner, nannte die Vorwürfe der Apothekenkammer „Panikmache“ und „bewusste Falschinformation“. Das E-Rezept sei „bereits erfolgreich österreichweit eingeführt“. 97 Prozent der Apotheken und 85 Prozent der Arztpraxen würden es schon nutzen.

Doch auch die niedergelassene Ärzteschaft fordert eine Verschiebung: Zu viele Kinderkrankheiten und Baustellen würden „ein Chaos mit Ansage bedeuten“, sagt ÖÄK-Vizepräsident Johannes Steinhart. Er verlangt eine Verschiebung um mindestens drei Monate.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.06.2022)