Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Mein Samstag

Das war's, Herr Basilikum!

Für uns Großstadt-Miniaturgärtner geht es derzeit Schlag auf Schlag. Fast täglich outet sich eine weitere Ribisel auf unserem Strauch als rot und essbereit, was uns in Verzücken versetzt: Insgesamt können wir jetzt sicher schon auf acht, wenn nicht neun erntereife Ribiseln zurückgreifen.

Grob geschätzt sind auch schon vier Erdbeeren reif. Und auch wenn Sie jetzt vielleicht lachen, sich damit weder ein Homemade-Marmeladeglas, ja, nicht einmal ein Vanillepudding mit Ribiseln ausgeht (ein Nachspeisenklassiker aus meiner Kindheit), sind wir doch so erfreut, dass wir jede einzelne gereifte Ribisel aufgeregt via Smartphone mit der ganzen sozialmedialen Welt teilen. Denn: Die eigene Ernte muss nicht satt, nur glücklich machen. Umso erstaunlicher, wie viele Balkone allein in unserem Sichtfeld komplett unbepflanzt und ganz und gar ungenutzt sind. (Wenn es logistisch nicht so herausfordernd wäre, sollte man die verwaisten Balkone untervermieten, finde ich.)

Heuer verspricht überdies ein Paradeiserjahr zu werden (ich würde ja Tomaten schreiben, aber die Mama, die auf dem Wort Paradeiser besteht, liest hier mit), die Pflanzen überragen jetzt schon das Balkongeländer. Auch unsere allererste Gurkenpflanze wächst dermaßen rasant, dass ich eine klitzekleine eigene Gurke fix in meine Sommersalatplanungen einkalkuliere. Die Brombeerpflanze scheint beerentechnisch heuer wieder auszulassen, wird aber interessanterweise – obwohl sie keine Läuse trägt – von Ameisen belagert. Ebenso ungeklärt für mich Laien-Balkongärtnerin ohne nennenswerten grünen Daumen ist die Frage, wieso Basilikum immer (und auch bei wesentlich begabteren Gärtnern) nach einiger Zeit seine Blätter hängen lässt. Ist er von Natur aus depressionsgefährdet? Stimmt es gar nicht, dass er gern neben Paradeisern wächst? (Wobei er auch ohne nicht zufriedener wirkt.) Den Basilikum zwei Balkone weiter hat das Schicksal neulich in größerem Stil eingeholt. Oder wie es die dazugehörende Nachbarin formuliert hat, als sie ihn entfernt hat: „It's over, Mr. Basil.“ Es muss also nicht unbedingt Basilikum sein, aber: Nutzen Sie Ihren Balkon!

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com