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Formel 1

Der Ferrari-Motor von Charles Leclerc ist defekt

Charles Leclerc will die Hoffnung auf den WM-Titel noch nicht begraben.
Charles Leclerc will die Hoffnung auf den WM-Titel noch nicht begraben.APA/AFP/JIM WATSON
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Eigentlich sollte der WM-Titel wieder zu Ferrari wandern, so der Wunsch des Rennstalls und der Tifosi. Doch vor dem Grand Prix in Kanada gibt es erneut einen Rückschlag.

Es soll sein großes Jahr werden - das von Ferraris Formel-1-Pilot Charles Leclerc. So gut wie es begonnen hat in den ersten drei Saisonrennen, so schlecht lief es für den Monegassen in den letzten drei Grand Prixs. Dabei soll der WM-Titel endlich wieder den Weg nach Maranello finden. 2007 gewann zuletzt ein Ferrari-Pilot mit Kimi Räikkönen die Fahrer-WM. Der Finne hörte im Vorjahr mit 42 Jahren auf. Allein das belegt, wie lange die Durststrecke der Scuderia schon anhält.

Vor dem nächsten Grand Prix aber die nächste schlechte Nachricht: Ferrari hat bestätigt, dass der zuletzt verwendete Motor von Leclercs Auto defekt ist. Das hätten die Untersuchungen nach dem Rennen in Baku ergeben, teilte die Scuderia mit. Ferrari könnte Leclerc nun beim Großen Preis von Kanada an diesem Wochenende einen neuen Motor zur Verfügung stellen. In diesem Fall würde aber eine Startplatzstrafe von plus zehn Rängen auf den Monegassen warten, da Ferrari das Limit überschreiten würde.

Das Team könnte in Kanada statt eines weiteren neuen, auch einen anderen bereits gebrauchten Motor einbauen, um einer Strafe für Leclerc zu entgehen. "Es ist Teil unserer Diskussion, den besten Kurs auszusuchen, um eine Strafe in Kauf zu nehmen", erklärte Leclerc. Das erste Freie Training auf dem Circuit Gilles Villeneuve war am Freitagabend (20 Uhr) MESZ angesetzt. Zuletzt in Aserbaidschan war Leclerc in Führung liegend wegen eines Motorproblems ausgefallen.

Leclerc wollte die Hoffnung auf ein erfolgreiches Ende der Saison aber noch nicht aufgeben. Auf die Frage, wo er sich am Ende dieses Jahres sehe, antwortete der 24-Jährige der italienischen Zeitung "La Republicca" vor dem Großen Preis von Kanada am Wochenende unmissverständlich: "Als Weltmeister, basta."

Zweifel sind aber durchaus angebracht. Die jüngsten Schwierigkeiten stellen die Titeltauglichkeit des Ferraris infrage, die Zuverlässigkeit ist das Problem. "Zeit sich zu erholen", titelte bereits "Tuttosport". "Wir haben zuletzt harte Schläge erlitten", befand Leclerc.

Von den vier ersten Startplätzen aus, die Leclerc sich zuletzt sicherte, konnte er nicht einen Sieg einfahren. Der zweite Platz in Miami Anfang Mai war noch irgendwie verkraftbar, auch wenn dort Titelverteidiger und Rivale Max Verstappen siegte. Was dann folgte, waren ein Ausfall in Spanien, Platz vier beim Heimrennen in Monaco und ein Ausfall in Aserbaidschan. Macht gerade einmal 30 Punkte in den vier Rennen statt 100 im Idealfall nur für die Platzierung.

Noch nicht am Boden zerstört

Dabei fing die Misere schon vorher an, beim Ferrari-Heimrennen in Imola. Nur Platz sechs, während Verstappen im Sprint- und im Hauptrennen siegte. Leclercs Vorsprung im WM-Klassement von 46 Punkten begann zu schmelzen. Mittlerweile hat Leclerc 34 Zähler Rückstand auf Verstappen, auch dessen Teamkollege Sergio Perez liegt im Klassement 13 Punkte vor ihm. Sie seien zu Beginn der Saison, als Leclerc zwei der ersten drei Rennen gewann, nicht euphorisch geworden, und jetzt seien sie nicht am Boden zerstört, meinte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto.

So nüchtern wie der Ingenieur werden es die heißblütigen Tifosi nicht sehen. So nüchtern konnte auch Leclerc die jüngsten Rückschläge nicht wegstecken, auch wenn der smarte Monegasse stets die Contenance zu wahren versuchte. "Ich weiß genau, wie es sich anfühlt und was es bedeutet, zu gewinnen", sagte Leclerc "La Republicca": "Es ist eines der wenigen Dinge, die mich glücklich machen."

Viermal erst erlebte er die Siegeremotionen, bei 15 Poles eine eher überschaubare Quote. 70 Tage wird sein letzter Sieg - am 10. April in Melbourne - am Sonntag her sein, wenn der Große Preis von Kanada in Montreal (20 Uhr MESZ/live ORF 1, Sky) beginnt.

(APA/dpa)