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Literatur

Die Natur ist sprachlos

Stine Pilgaards „Meter pro Sekunde“ war in Dänemark ein Riesenerfolg.
Stine Pilgaards „Meter pro Sekunde“ war in Dänemark ein Riesenerfolg.Alexander Banck-Petersen
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»Raus aufs Land« lautet die Devise vor allem seit Corona. Das schlägt sich zunehmend auch literarisch nieder, vor allem in Büchern von (und für) Frauen.

Autoren wie Franz Innerhofer oder Josef Winkler berichten in beklemmenden Texten von der allumfassenden Kontrolle und Kälte in dörflicher Enge. Heute hingegen sind genau diese Gegenden wieder gefragt. Nicht nur die Speckgürtel sind besonders seit der Pandemie immer fetter geworden, ländliche Abgeschiedenheit liegt insgesamt im Trend – auch literarisch und vor allem in Büchern von (und für) Frauen.
Stine Pilgaards „Meter pro Sekunde“ wurde in Dänemark zum erfolgreichsten Roman der vergangenen Jahre. Der Freund der Icherzählerin unterrichtet in einem Kaff in Westjütland an einer „Heimvolkshochschule“ junge Menschen, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden ihren Weg finden wollen: mit kreativem Schreiben, Kunsthandwerk, Musik und Tanz.

Die Partner und Partnerinnen sollen in das Dorfleben integriert werden, um das Lehrpersonal dort fest zu verankern. Deshalb verschafft die Schuldirektorin der Icherzählerin einen Job als Kummerkasten-Beauftragte beim Lokalblatt. Die Briefe der Bekümmerten werden locker in den Text eingestreut – so will eine schwangere Leserin wissen, ob sie sich unbedingt eine Waschmaschine zulegen muss, bevor das Baby da ist, wie ihre gesamte Umgebung glaubt. Die Antworten fallen durchaus unkonventionell aus.