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Hitzewelle

Italien will wegen Trockenheit Wasser vom Gardasee abpumpen

Die Hitzewelle hat die anhaltende Dürre in Italien verschärft. Das Volumen des Flusses Po ist um 72 Prozent niedriger als es sein sollte. Deshalb soll mit Wasser aus dem Gardasee Abhilfe geschaffen werden.

Bei der aktuellen Hitzewelle kommen viele europäische Länder gerade sehr ins Schwitzen. In einigen Staaten kletterten die Temperaturen auf ein Rekordhoch. So auch in Italien, wodurch sich die bereits seit Monaten andauernde Dürre - es ist die schlimmste seit 70 Jahren - noch weiter verschärft hat. Die norditalienischen Regionen wollen nun deshalb den Ausnahmezustand ausrufen. Damit könnten sie freie Hand bei der Ergreifung von Notstandsmaßnahmen zur Bekämpfung der Wasserknappheit erhalten.

Der Präsident des Piemont, Alberto Cirio, kündigte an, dass 170 Gemeinden in seiner Region Wasser nur mehr für lebenswichtige Zwecke wie Trinken und Lebensmittelzubereitung verwenden dürfen. Die Wasserversorgung in zehn Städten, die meisten davon in der Provinz Novara, wird nachts komplett unterbrochen.

Fluss Po retten

Wie der Landwirtschaftsverband Coldiretti betonte, bedrohe die Trockenheit mittlerweile die Hälfte der Anbauflächen. Diese machen rund ein Drittel der gesamten Agrarproduktion Italiens aus. Nach Angaben des Bauernverbands Cia wird in der Po-Ebene ein Rückgang der Obst- und Gemüseproduktion um 30 bis 40 Prozent erwartet.

Drought in Italy
Der Wasserstand des Po ist drei Meter unter dem Durchschnitt.REUTERS

Um die Probleme, die die Trockenheit verursacht, in den Griff zu bekommen, erwägen die Behörden jetzt einen weiteren drastischen Schritt: Um den Fluss Po zu retten, soll Wasser aus dem Gardasee abgepumpt werden. Konkret überlegt man, einen Teil des Wassers, mit dem der Gardasee bereits den Fluss Mincio speist, in den Po fließen zu lassen.

Wasserstand drei Meter unter Durchschnitt

Das Volumen des längsten Stroms in Italien ist um 72 Prozent niedriger, als es sein sollte. Denn es gebe ungenügend Schnee in den Bergen, der den Fluss speist. Der Pegel des Flusses ist drei Meter unter den Durchschnitt der vergangenen Jahre gesunken.

Einige nördliche Städte müssten wegen der Dürre bereits per Lkw mit Wasser versorgt werden, sagte Meuccio Berselli, Leiter der Umweltbehörde, die für die Aufsicht des Po zuständig ist.

(APA/schev)