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Acht Bewerbungen

Bundeswettbewerbsbehörde: Chefsuche in heißer Phase

Acht Personen haben sich für den Posten des Generaldirektors der Bundeswettbewerbsbehörde beworden. Der Kandidat mit ÖVP-Nähe erstgereiht, aber auch die Interimschefin hat sich beworben.

Die Suche nach einer neuen Generaldirektorin oder einem neuen Generaldirektor bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ist auf der Zielgeraden. Unter den acht Bewerberinnen und Bewerbern ist auch die derzeitige Interimschefin Natalie Harsdorf-Borsch. Erstgereiht wurde laut "Presse" jedoch Michael Sachs, Vizepräsident des Bundesverwaltungsgerichts (BvWG). Sachs gilt als politisch vernetzt, er war früher Mitarbeiter im Kabinett von Wolfgang Schüssel (ÖVP).

Laut der Ausschreibung sind ein abgeschlossenes Jus-oder Wirtschaftsstudium sowie eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung im Wettbewerbsrecht erforderlich. Laut "Standard" hat Sachs abgesehen von einer vierjährigen Tätigkeit in der Wettbewerbskommission - ein beratendes Gremium der BWB - deutlich weniger Erfahrung im Kartellrecht als Harsdorf-Borsch.

Harsdorf-Borsch, die ihre Karriere 2009 in der BWB startete und diese seit dem Rückzug von Langzeit-Chef Theodor Thanner leitet, gilt als Expertin für Wettbewerbsrecht und als international gut vernetzt. Wie der "Standard" schrieb, gilt sie unter Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten als streng, gleichzeitig aber als kompetente Ansprechperson. Die politische Nähe zu Parteien mied die Kandidatin jedoch.

Dass eine Tätigkeit für ÖVP-Politiker für den BWB-Chefposten von Vorteil sein kann, zeigt ein Blick auf die Bestellung von Thanner vor 15 Jahren. Thanner war, bevor er BWB-Chef wurde, unter anderem Kabinettschef von Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) und Kanzleichef von Salzburgs Landeshauptmannes Hans Katschthaler (ÖVP).

Zeitplan verschiebt sich

Ernannt wird der neue Generaldirektor bzw. die neue Generaldirektorin auf Vorschlag der Bundesregierung vom Bundespräsidenten für eine Dauer von fünf Jahren. Bisher ist in der türkis-grünen Regierung kein Ministerratsbeschluss dazu erfolgt. Ursprünglich sollte der Posten im Mai oder Juni vergeben werden, sodass sich ein Amtsantritt per 1. Juli 2022 ausgeht.

Auf APA-Anfrage zum Zeitplan hieß es aus dem von Martin Kocher (ÖVP) geführten Wirtschaftsministerium zuletzt: "Der Prozess zur Nachbesetzung der Leitung BWB wurde unter Margarete Schramböck gestartet und läuft gerade."

 

WEB http://www.bwb.gv.at ~

(APA)