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Personalia

Vor Tirol-Wahl: Mattle wird Tiwag-Aufsichtsratschef

Anton Mattle
Anton MattleAPA/EXPA/JOHANN GRODER
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Sollte Anton Mattle, der in der ÖVP die Nachfolge von Günther Platter antritt, im Herbst Landeshauptmann werden, müsste er die Funktion wieder ablegen. Die FPÖ ist erbost.

Der Tiroler Wirtschaftslandesrat und ÖVP-Landtagswahlspitzenkandidat Anton Mattle wird ab sofort Aufsichtsratsvorsitzender des Landesenergieversorgers Tiwag. Dies wurde Montagabend im Zuge der Hauptversammlung beschlossen. Sollte Mattle im Herbst Landeshauptmann werden, müsste er diese Funktion wieder niederlegen. Die FPÖ reagierte mit scharfer Kritik. Die Bilanz über das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 fiel indes gemischt aus, wie der Konzern am Dienstag darlegte.

Das operative Betriebsergebnis (EBIT) im Konzern sank gegenüber dem Vorjahr um rund neun Prozent auf 119,5 Mio. Euro. Gleichzeitig stieg der Konzernumsatz aufgrund der Preiserhöhungen an den Energiebörsen auf 1,59 Mrd. Euro (2020: 1,13 Mrd.). "Stark gestiegene Einkaufspreise am Gasmarkt" hätten das operative Konzernergebnis "in Summe gedrückt", argumentierte Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser.

Neubesetzung des Präsidiums

Im Zuge der konstituierenden Aufsichtsratssitzung kam es am Montag außerdem zu einer Neubesetzung des Präsidiums - dem obersten Kontrollgremium des Konzerns. Mattle, der erst kürzlich zum Nachfolger von Günther Platter an die ÖVP-Spitze designiert wurde und die Volkspartei als Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 25. September führen wird, folgt auf Unternehmer und Ex-Industriellenchef Reinhard Schretter, dessen Mandat ausgelaufen war. Der Unternehmer Manfred Pletzer rückte zum ersten Stellvertreter auf. Auf Florian Tursky (ÖVP), der sein Mandat aufgrund seiner Bestellung zum Staatssekretär zurückgelegt hatte, folgt als zweite Stellvertreterin die Osttiroler Wirtschaftsbund-Chefin Michaela Hysek-Unterweger.

Tiwag-Eigentümervertreter, Landeshauptmann Platter sah in der Neubesetzung den Einzug von "wirtschaftlichem und energiepolitischem Know-how in den Aufsichtsrat" und zeigte sich "froh und dankbar", dass die personellen Lücken schnell geschlossen werden konnten. Solche personellen Lücken könnten sich aber schon bald wieder auftun - würde Mattle nach der Landtagswahl am 25. September Landeshauptmann, müsste er als Eigentümervertreter des Landes seine Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender wieder zurücklegen. Diese müsste - wie die "Tiroler Tageszeitung" (Dienstagsausgabe) berichtete - die neue Landesregierung dann besetzen. Mattle wäre dann nur für rund drei Monate Aufsichtsratschef gewesen.

Experte in Energiefragen

Die Entscheidung sei bereits vor Platters angekündigtem Rückzug gefallen, wurde im Vorfeld der Sitzung betont. Wirtschaftslandesrat Mattle gelte als Experte in Energiefragen. Der ehemalige Galtürer Bürgermeister ist seit 2008 Aufsichtsrat beim Energieversorger Illwerke VKW AG und war Geschäftsführer eines Gemeinschaftskraftwerkes im Paznaun. Zudem fungierte er als Energiesprecher im Tiroler Landtag. Aus dem Büro von Mattle wurde außerdem betont, dass Mattle für diese Tätigkeit "selbstverständlich keine Entschädigung erhält". Das sei gesetzlich ausgeschlossen.

Scharfe Kritik an der Personalie Mattle kam indes von der Tiroler FPÖ. Landesparteiobmann Markus Abwerzger nahm die Bestellung zum Anlass, um sich abermals gegen aktive Politiker in Aufsichtsräten auszusprechen. Die kolportierte Bestellung bezeichnete er als "Postenschacher", sie sei "unmoralisch und zugleich demokratiepolitisch bedenklich". "Noch ist Mattle weder ÖVP-Obmann noch gewählter schwarzer Spitzenkandidat bei den kommenden Landtagswahlen, und jetzt schon werden ihm Versorgungsposten verschafft, wenn er als Spitzenkandidat scheitert", führte Abwerzger aus.

(APA)