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SAP NOW

Bei der Digitalisierung endlich ins Tun kommen

(v.l.n.r.) Rainer Nowak („Die Presse“), Roland Ledinger (Bundesrechenzentrum), Hermann Erlach (Microsoft Österreich), Christina Wilfinger (SAP Österreich), Katrin Hohensinner-Häupl (Frutura Obst & Gemüse Kompetenzzentrum GmbH) und Gottfried Egger (AT&S)
(v.l.n.r.) Rainer Nowak („Die Presse“), Roland Ledinger (Bundesrechenzentrum), Hermann Erlach (Microsoft Österreich), Christina Wilfinger (SAP Österreich), Katrin Hohensinner-Häupl (Frutura Obst & Gemüse Kompetenzzentrum GmbH) und Gottfried Egger (AT&S)(c) Leonardo Ramirez
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Podiumsdiskussion. Wie fit sind wir für die digitale Zukunft – fragte „Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak die Expertenrunde und erhielt durchwegs Reaktionen, die klar machen, dass es noch viel Luft nach oben gibt.

SAP Now ist Österreichs größtes Event für digitale Transformation. Heuer stand die Veranstaltung unter dem Motto „We run tomorrow“ und fand in der Marx Halle in Wien statt. Insgesamt gab es sechs Bühnen, um ein breites Themenspektrum abdecken zu können. Die publikumswirksamsten Keynotes und Podiumsdiskussionen wurden auf der Hauptbühne abgehalten – ein Highlight davon war der von Rainer Nowak, „Presse“-Chefredakteur und -Herausgeber, moderierte Paneltalk zum Thema „Wachstum trotz Krise: Wie fit sind wir schon für die digitale Zukunft?“ Nowak begrüßte am Podium Christina Wilfinger, Geschäftsführerin SAP Österreich, Hermann Erlach, Geschäftsführer Microsoft Österreich, Roland Ledinger, Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums, Gottfried Egger, Director Corporate IT AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft sowie Katrin Hohensinner-Häupl, Geschäftsführerin Frutura Obst & Gemüse Kompetenzzentrum GmbH.

Europa geht eigenen Weg

SAP feiert heuer zudem sein 50-Jahr-Jubiläum. Ein halbes Jahrhundert an Partnerschaft und Innovation zeichnen den Softwarekonzern aus – da blickt man natürlich mit Stolz auf eine lange Historie zurück. SAP Österreich-Chefin Christina Wilfinger betonte jedoch, dass ihr der Blick nach vorne noch lieber ist als jener zurück, denn es gehe darum, die Zukunft mitzugestalten. „Unsere Welt verändert sich sekündlich, da können wir es uns nicht leisten, darauf zu warten, welche Richtung uns morgen vorgegeben wird, sondern es braucht Daten, mit denen die Zukunft aktiv mitgestaltet werden kann. Genau aus dem Grund lädt SAP die wichtigsten Entscheidungsträger zu dem Event, um gemeinsam mit Kunden und Partnern über neue Ansätze zu diskutieren.“

Wilfinger bedauerte, dass sie sich immer wieder mit dem Argument konfrontiert sehe, man solle Silicon Valley in Europa nachbauen. „Wir müssen Silicon Valley nicht kopieren, denn unsere Unternehmen haben bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie Innovationen immer schon mitgestaltet haben.“ So könne Österreich zum Beispiel stolz auf seine ansprechende Forschungs- und Innovationsquote sein. „Es gibt sehr viel Know-how im Land. Statt Silicon Valley nachzubauen, würde ich dafür plädieren, dass sich bei uns die Stakeholder zusammensetzen, um europäische Standards festzusetzen.“

„Die Coronapandemie hat Agilität in die Verwaltung gebracht.“

Roland Ledinger, Geschäftsführer Bundesrechenzentrum

Unterstützung erhielt Wilfinger mit dieser Aussage von Gottfried Egger von AT&S. „Es ist ein typisch österreichisches Phänomen, dass wir die Dinge schlechter reden als sie sind. Wir haben viele Hidden Champions, auf die wir stolz sein können.“ Viele dieser Vorzeigebetriebe seien aber nur Insidern bekannt. Mitunter, weil diese Firmen als Zulieferer bei den fertigen Produkten nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Für Egger sind vor allem die kleinen Firmen die innovativsten im Land. „In der Industrie ist Österreich bei der Digitalisierung und Innovationskraft noch klar ausbaufähig“, sagte Egger und kritisierte vor allem die Infrastruktur für die digitale Transformation. „In den Ballungsräumen ist zum Beispiel der Glasfaserausbau akzeptabel, aber sobald man von diesen Gebieten etwas abrückt, lässt die Infrastruktur zu wünschen übrig.“ Damit habe man einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber Ländern, die den Glasfaserausbau flächendeckend vorantreiben. Am Geld könne es nicht liegen, denn davon sei genug vorhanden. Es brauche mehr Mut, in zukunftsfähige Projekte zu investieren, um wirtschaftlich den Anschluss an die Topnationen nicht zu verlieren.

Greifbare Digitalisierung

Es braucht kluge Digitalisierungsinitiativen, um das Land voranzubringen. Microsoft Österreich hat heuer zum Beispiel die österreichweite Initiative „Mach heute Morgen möglich“ gestartet, um Österreich als Land und Wirtschaftsstandort durch Digitalisierung zu stärken. „Das Grundproblem ist, dass das Schlagwort Digitalisierung in weiten Teilen der Bevölkerung eher Ängste als Hoffnung auslöst“, sagte Microsoft Österreich- Chef Hermann Erlach. „Einher gehen die Sorgen um den Job und die Gewissheit, dass man neue Skills entwickeln muss. Wir müssen Digitalisierung für die Bevölkerung greifbar machen und aufzeigen, welche positiven Effekte die Digitalisierung hat.“ Wichtig sei es laut Erlach, die Tatsachen besser zu kommunizieren. Etwa, dass der Impact von IT mittlerweile für den Wirtschaftsstandort Österreich größer ist als Fremdenverkehr.

Gelingen soll der Mindchange mit ambitionierten Digitalisierungsprojekten in vier Schwerpunkten: Nachhaltigkeit, Innovation, Sicherheit und Kompetenz. „Digitalisierung führt zum Beispiel zu einer Datentransparenz, und Nachhaltigkeit bedeutet auch, im Stande zu sein, die Dinge neu zu denken. Bei der Innovation geht es vor allem um skalierbare Innovation und hier sind etwa Cloudanwendungen elementar.“ Laut aktuellen Studien zählt Österreich aber gerade bei Cloudanwendungen zu den europäischen Schlusslichtern. Damit Cloudlösungen verstärkt zum Einsatz kommen können, müsse auch die gesetzliche Gesetzgebung angepasst werden, denn die entspreche laut Diskutanten längst nicht mehr dem gegenwärtigen Zeitgeist. Das hindert an der Umsetzung.

„Der größte Hinderungsgrund für den Abbau des Digitalisierungsrückstands ist der zunehmende Fachkräfte­mangel.“

Hermann Erlach, Geschäftsführer Microsoft Österreich

Beim Thema Datenschutz sei wichtig, aufzuzeigen, dass auch Datennutzung seine Berechtigung hat. „Nahezu 97 Prozent der Daten fallen nicht in die Kategorie der kritischen Daten und sollten daher nutzbar gemacht werden.“ Letztlich darf auch der Bereich Kompetenz nicht vernachlässigt werden. In Zukunft werden die Unternehmensmanagements noch stärker gefordert sein, neue Ressourcen zu finden und Lösungen zu entwickeln, wie man Skills in die Belegschaft bringt. „Der größte Hindernisgrund für den Abbau des Digitalisierungsrückstands ist der zunehmende Fachkräftemangel“, sagte der Microsoft Österreich-Chef.

Das Bundesrechenzentrum (BRZ) ist seit einem Vierteljahrhundert der IT-Dienstleister der Republik Österreich. „Gerade die Coronapandemie hat eindrucksvoll vor Augen geführt, dass der Staat jederzeit funktionieren muss“, sagte BRZ-Geschäftsführer Roland Ledinger. Und hierbei habe die Digitalisierung klar geholfen. „Da hat sich bewährt, was wir als IT-Provider für die Bundesverwaltung in den letzten Jahren aufgebaut haben.“ Von den modernen digitalen Verwaltungsservices profitieren Bürger und Unternehmen, indem sie auf zahlreiche Portale zurückgreifen können, wie zum Beispiel das Digitale Amt oder das Unternehmensserviceportal.

Dennoch ist die Verwaltung mit einigen Herausforderungen konfrontiert, vor allem im Bereich digitale Skills, aber auch beim Thema Resilienz. „Die Pandemie hat Agilität in die Verwaltung gebracht“, sagte Ledinger. „Wir sehen uns auch als Brückenbauer zwischen Verwaltung und Wirtschaft. Wir sprechen die Sprache der Verwaltung, kennen aber auch die Anliegen der Unternehmen.“ Es gilt, Geschäftsprozesse anzupassen und gemeinsam Verwaltungslösungen zu setzen. Eine resiliente Verwaltung als großes Ziel. „Aus der Krise haben wir gelernt, dass der Staat sich im Sinne der Verfügbarkeit klar verbessern muss.“ Etwa, indem man Start-ups integriert, die dazu beitragen, Prozesse zu erleichtern oder zu optimieren. Hier griff Ledinger das Argument Wilfingers auf: „Ich sehe Standards als einen Teil der gewünschten Öffnung.“ Die Pandemie habe hier geholfen, ins Tun zu kommen.

Die gegenwärtigen weltwirtschaftlichen Entwicklungen zeigen uns immer wieder auf, wie unberechenbar die Welt ist. „Vorhersagen, was wir in Zukunft benötigen, sind daher enorm schwierig“, sagte SAP Österreich-Chefin Wilfinger. „Umso wichtiger ist unser Motto: We run tomorrow. Das verlangt natürlich ein gehöriges Maß an Mut, aber ich bin überzeugt, dass es besser ist, aktiv zu werden, als abzuwarten.“

Auf einen Blick

Unter dem Motto „We run tomorrow“ verwandelte SAP Österreich am 14. Juni 2022 die 7000m² große Marxhalle Wien in Österreichs größtes Event für digitale Transformation.

Mehr als 1200 Gäste besuchten die SAP NOW Wien, um die Potenziale der Digitalisierung für effizienteres und nachhaltigeres Wirtschaften zu diskutieren und neue Best-Practice-Beispiele kennenzulernen. Auf sechs Bühnen präsentierten 90 Speaker:innen, über 30 SAP-Partner und Expert:innen erfolgreiche Digitalisierungsprojekte.

Die Themenbühnen widmeten sich den Herausforderungen der Zeit: „Sustainable Economy“, „Resilient Supply Chain & Procurement“, „HXM People Success“, „Business Excellence“, „New Digital Horizons“ und „Customer Experience – Win With Emotions“.

Nach der Begrüßung durch Gastgeberin und Geschäftsführerin der SAP Österreich Christina Wilfinger, machten Martin Wezowski, SAP Chef-Zukunftsforscher, und Upen Barve, Leiter des SAP Future Hub Engagements, den Auftakt mit einer Vision einer verknüpften Zukunft, in der menschlicher Einfallsreichtum und maschinelle Intelligenz in einer empathischen Symbiose lebendig werden.

Auf der Hauptbühne und den Themenbühnen fanden spannende Kundenvorträge statt – zu den Highlights zählten erfolgreiche Digitalisierungsprojekte von RHI Magnesita, AT&S, Neuroth, Frutura oder GoStudent. Das Programm rundete ein motivierender Vortrag von Ali Mahlodji ab, mit Star-DJ Parov Stelar konnten die Gäste den erfolgreichen Tag ausklingen lassen.

www.sap.com

Information

Der Paneltalk „Wachstum trotz Krise: Wie fit sind wir schon für die digitale Zukunft?“ fand in Kooperation von „Die Presse“ und SAP Österreich statt.