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Talk

Die IT-Infrastruktur als Unternehmensstrategie mitdenken

Klaus Glatz (Chief Digital Officer, Andritz AG), Jacqueline Wild (Head of Information Management, Mayr-Melnhof Group), Maria Kirschner (Geschäftsführerin, Kyndryl Österreich), Eva Komarek (General Editor for Trend Topics, Styria Media Group AG), Christoph Helm (CManaging Director, Erste Digital)
Klaus Glatz (Chief Digital Officer, Andritz AG), Jacqueline Wild (Head of Information Management, Mayr-Melnhof Group), Maria Kirschner (Geschäftsführerin, Kyndryl Österreich), Eva Komarek (General Editor for Trend Topics, Styria Media Group AG), Christoph Helm (Managing Director, Erste Digital)(c) Günther Peroutka
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Talk. Die unternehmerische IT-Infrastruktur ist der Schlüssel zur Innovation und die Voraussetzung für jede digitale Transformation.

Lange fristete die IT-Infrastruktur in der Unternehmensstrategie ein Schattendasein. Immer mehr Unternehmern wird jedoch bewusst, dass es ohne gut gemanagte IT-Infrastruktur zukünftig schwer wird, weiter zu wachsen. Unter dem Titel „Die unternehmenskritische IT-Infrastruktur als Innovations- und Erfolgstreiber?" lud „Die Presse" gemeinsam mit dem IT-Infrastruktur-Experten Kyndryl zur Podiumsdiskussion in die Wiener Eventlocation k47. Eva Komarek, General Editor for Trend Topics der Styria Media Group AG, begrüßte als Moderatorin am Podium Maria Kirschner, Geschäftsführerin von Kyndryl Österreich, Jacqueline Wild, Head of Information Management der Mayr-Melnhof Group, Klaus Glatz, Chief Digital Officer der Andritz AG und Christoph Helm, Managing Director bei Erste Digital.

Bewusstsein für die IT-Infrastruktur steigt

Die Coronapandemie hat geholfen, dass der IT-Infrastruktur heute mehr Beachtung geschenkt wird. „Der erste Lockdown 2020 machte die Notwendigkeit einer funktionierenden IT deutlich sichtbar, weil sie ermöglichte, dass wir auch während der Pandemie von zu Hause aus arbeiten konnten", sagte Christoph Helm. Verändert hat sich auch, dass IT-Mannschaften heute besser ins Business integriert werden. In vielen Unternehmen sitzt die IT bei Vorstandsthemen mit am Tisch. Agile Arbeitsformen haben dazu beigetragen, dass sich IT-Provider und Management auf Augenhöhe begegnen. „Entscheidend ist die Modernisierung der Infrastruktur", sagte Maria Kirschner. 

"Man muss im Vorfeld rechtzeitig Pläne generieren, denn Technologie ist ständig im Wandel."

Maria Kirschner
Maria Kirschner, Geschäftsführerin, Kyndryl Österreich
Maria Kirschner, Geschäftsführerin, Kyndryl Österreich(c) Günther Peroutka

IT-Infrastruktur braucht professionelle Betreuung

Kaum eine Maschine in einem Industriebetrieb läuft ohne dahinterliegende IT. Für den global agierenden Technologiekonzern Andritz ist eine skalierbare, agile Infrastruktur die Grundvoraussetzung für den Unternehmenserfolg. Aus dem Grund spart man nicht bei der IT-Infrastruktur. „Wachstum und neue Lösungen sind immer Treiber, bei denen die IT dabei sein muss", sagte Klaus Glatz.

Mayr-Melnhof befindet sich derzeit mitten in einem Transformationsprozess. Der starke Wachstumsdrang verlangt nach einer IT-Infrastruktur, die man alleine nicht mehr stemmen kann. Deshalb arbeitet der Kartonhersteller mit einem externen Partner zusammen, der sich um die IT kümmert. „Eine klare Entscheidung aufgrund der Skalierbarkeit", sagte Jacqueline Wild. Wer sich eine eigene IT-Mannschaft leisten will, muss auch in der Lage sein, die Mitarbeiter up-to-date zu halten. Da macht es in vielen Fällen Sinn, einen professionellen Partner zur Seite zu haben.

Banken geben die Zügel bei der IT-Infrastruktur nicht gerne aus der Hand, aber Helm verriet: „Auch bei uns führen Skalierbarkeit und Kostendruck dazu, gewisse Services nach außen zu geben und mit Partnern zusammenzuarbeiten. Uns ist jedoch wichtig, IT-Kompetenz zu behalten und mit dem Partner auf Augenhöhe zu bleiben.“ Kyndryl ist ein solcher Partner, der darauf achtet, Schulter an Schulter mit seinen Kunden zusammenzuarbeiten. „Es verlangt nach Partnerschaft auf höchster Ebene mit hohem Vertrauen", sagte Kirschner.

Security wird noch vernachlässigt

Zu den Core-Kompetenzen von Kyndryl zählt auch Security. Hier beobachtet Kirschner noch Aufholbedarf bei den Unternehmen. Mittlerweile sollte jedem Manager klar sein, dass jeder zur Zielscheibe von Cyberattacken werden kann. „Neben Sicherheit geht es vor allem um Resilienz, um gerüstet zu sein, wenn man Opfer wird. Es braucht ein Konzept, damit man weiter funktioniert und produzieren kann", so Kirschner. „Security muss End-to-End gedacht werden, sonst besteht die Gefahr für ein hohes Businessrisiko."

Bei Andritz hat man die IT-Security gut im Griff und das Unternehmen fühlt sich sicher aufgestellt. „Die wesentlich größere Herausforderung für uns ist OT-Security", sagte Glatz. Also die Sicherheit der Betriebstechnologie, um Anlagen und Geräte vor Cyberangriffen zu schützen. Andritz betreibt u. a. Wasserkraftwerke, bei denen Fremdzugriffe verheerende Folgen hätten. Wild von Mayr-Melnhof vermutet, dass auch bei der OT-Security die Pandemie eine Art Aufwecker war. „Vor allem Remote-Zugriffe auf Maschinen, bei denen die Techniker nicht mehr vor Ort sein müssen, beschleunigen die Notwendigkeit einer OT-Security."

Mehrwert der Cloud-Technologie

Immer mehr verfügbare Daten stellen Unternehmen vor die Entscheidung: In die Cloud auslagern oder auf On-Premises setzen, wo die Software lokal installiert wird und sich auf den Computern und Servern des Unternehmens befindet. Beliebt sind derzeit vor allem Hybridlösungen aus beiden Varianten. Mayr-Melnhof achtet darauf, zumindest das Herzstück -die ERP-Systeme- im Unternehmen zu behalten.

Auch Andritz setzt auf Hybrid. „Wir lagern nicht-kritische Daten in die Cloud aus. Bei Kernapplikationen ist es wichtig, dass man weiß, wie man mitsteuern kann", sagte Glatz und betonte, dass viele Lösungen nur cloudverfügbar seien. Helm erklärte: „Bei uns werden bestehende Applikationen in die Cloud transferiert und die Infrastruktur über Platform-as-a-Service aus der Cloud bezogen. Wir haben 2021 sogar begonnen, unsere Mobile-Banking-App 'George' in die Cloud zu bringen." Helm sieht einen Mehrwert in Form von Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit.

Kyndryl unterstützt seine Kunden bei der Integration von Cloud-Technologie mit dem Ziel, den Workflow effizienter zu machen. Kirschner strich auch hervor, dass man die Cloud-Technologie nicht nur in der Cloud nutzen kann, sondern sich auch in On-Premises integrieren lässt. Es erhöht den Standardisierungsgrad und führt dazu, dass Datenbanken schneller verfügbar sind. „Gerade im Bereich Data Analytics bietet uns das große Möglichkeiten in der Bank, mit noch größeren Datenvolumina umgehen zu können", merkte Helm an.

Vorausschauendes Denken verlangt

Zukünftig werde man sich fragen müssen, was man mit der überbleibenden On-Premises-Infrastruktur macht, denn die Restinfrastruktur verursacht Fixkosten. Eine Cloud-Technologie wird für Unternehmen nur kosteneffizienter, wenn parallel dazu die Bereiche abgedreht werden, die nicht mehr benötigt werden. Aber das verlangt nach Fachkräften, die ständig nachjustieren.

Womit die Diskussion auch aufs Recruiting kam. Junge Talente würden eine Cloud-Technologie im Unternehmen als Selbstverständlichkeit voraussetzen. Einig waren sich die Experten auch, dass es in der IT neue Job-Descriptions geben wird, die eine Umstellung bei den IT-Operations-Abteilungen verlangen. KI und Automatisierung sind absolute Zukunftsthemen, gleichzeitig braucht es Fachkräfte, die darauf achten, dass die neuen Technologien funktionieren. Es bleibt spannend.

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Information

Kyndryl ist der weltweit größte IT-Managed-Services-Provider und unterstützt mehr als 4000 internationale Kunden, darunter auch einige der führenden Unternehmen Österreichs. Als ganzheitlicher IT-Dienstleister entwickelt Kyndryl gemeinsam mit den Kunden Projekte, setzt diese um und bietet einen langfristigen und sicheren IT-Betrieb.

Mehr Informationen unter: www.kyndryl.com/at/de