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Frühling/Sommer-Trends

Sanfte Männlichkeit und Macho-Ästhetik bei der Mailänder Modewoche

DAVIDE GALLIZIO/Etro
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Nun (oder noch?) versammeln sich große Modehäuser wieder gewohnt bei allerlei Modewochen. Erst kürzlich in Mailand präsentiert wurden Frühlings- und Sommerlooks für Herren.

Prada

Auffallend, obwohl im Design eher banal, waren bei Prada die knielangen Karomäntel. Neben der gemusterten Variante, die wahrscheinlich so kommod anmutet, weil sie an Bettwäsche und Geschirrhangerl erinnert, gab es auch Varianten in schwarzem Leder und Erdfarben. Kurze Shorts, halbnackte Männer-Oberschenkel sieht man aktuell wieder häufiger auf Laufstegen, und auffallend spitze Cowboystiefel brechen mit dem lieblichen Karo, kreieren eine Art Anti-Logik. Raf Simons und Miuccia Prada gelingt es mit ihrer Kollektion „Choice“, Klassiker der Mode neu zu interpretieren und Akzente traditioneller Kleidung etwa mit jenen der Rave-Culture zu verbinden. Ebenfalls für Aufsehen sorgten ausgewaschene Denim-Overalls.

Monica Feudi/Prada
Monica Feudi/Prada

Fendi

Angelehnt war die Kollektion des italienischen Luxushauses Fendi primär an einer Skatewear-Ästhetik. Kastig geschnittene Hemden und Jacken, Baggy-Shorts und jede Menge Denim kamen dabei zum Einsatz. Auch bediente sich Silvia Venturini Fendi an abstrakten Mustern - inspiriert von Kuhfell und Wetterkarten, wie sie selbst sagte. Klassisch für das Modehaus spielt die Kollektion ebenso mit Texturen - Flauschiges neben glattem Leder, robuster Jeansstoff neben luftigem Cotton.

ALDOCASTOLDI/Fendi
ALDOCASTOLDI/Fendi

Versace

Für Versace war es die erste Männermodenschau seit drei Jahren. Gefeiert wurde dies anscheinend mit einem „Bring-your-vase-to-work“-Tag (beworben wurde so die Home-Kollektion des Hauses). Untertassenohrringe und Espressotassengürtel gab es außerdem. Ihre Inspiration für ihre Entwürde holt sich Donatella Versace laut eigener Aussage aus der Generation Z. „Pop-Art trifft auf Klassik, solche Kontrase sind alles für mich“, heißt es in der Mitteilung des Luxusmaisons. So kam es vermutlich, dass klassische Kleidercodes um Latex und Neonfarben erweitert wurden, auch wurden diese grellen Töne miteinander kombiniert. Kurzärmelige, wild gemusterte Hemden scheinen der Designerin zufolge außerdem nicht nur auf Mallorca ihre Berechtigung zu haben.

Carlo Scarpato/Versace
Carlo Scarpato/Versace

Etro

Für Designer Kean Etro war es seine letzte Männerschau. Ab nächster Saison wird der neue Kreativchef Marco De Vincenzo übernehmen. So tobte sich Etro, der weiterhin mit seinen Geschwistern in die strategische Entwicklung der Marke involviert sein wird, noch einmal aus. Ultrakurze Badehöschen, Shorts in jeglicher Farbausführung, fließende Cuts und blumenreiche Prints sorgen für ein Ausbrechen strikter Gendercodes. Barfuß laufende Models präsentierten die Looks der Kollektion, die sich der „Utopie“ verschrieb. Man solle „sich wieder mit der Erde verbinden“, liest es sich in der Mitteilung des Modehauses. Etros Abschiedsgeschenk an den modeaffinen Mann scheint von sanfter Erotik durchzogen zu sein.

ALESSANDRO GAROFALO/Etro

Dolce & Gabbana

Weniger sanft und wie gewohnt protzig war die Kollektion des sizilianischen Luxushauses Dolce & Gabbana. Vergangenes Jahr verschrieb sich das Designer-Duo Domenico Dolce und Steffano Gabbana der Generation Z und dem Metaverse, diese Saison kehrte man zu den Neunzigern und Nullerjahren zurück. Und zwar wortwörtlich: Archivstücke des Hauses wurden mit neuen Entwürfen kombiniert. Zerrissene Shirts und Jeans, Feinripp-Tanktops und Goldkettchen formten den Prototypen eines italienischen Mannes von damals. Gehäkelte Polos und Pullis sorgten letztendlich doch für ein wenig Softness.

Monica Feudi/Dolce&Gabbana
Monica Feudi/Dolce&Gabbana

Emporio Armani

Wen Crocs bisher nicht überzeugt haben, kann (ganz) eventuell mit dem Armani-Pendant etwas anfangen. Den Models schien er jedenfalls eine gewisse Prise an Leichtigkeit zu verleihen, in Pyjama-ähnlichen Looks - so wie man sie von Emporio Armani schon lange kennt - schlenderten sie betont gemütlich über den Laufsteg.

(evdin)