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Interview

Historiker: "Erdoğan sieht die Türkei als historische Mission"

Was sieht Erdoğan, wenn er an die Zukunft der Türkei denkt?
Was sieht Erdoğan, wenn er an die Zukunft der Türkei denkt?(c) imago/Xinhua
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Der türkische Präsident blockiert den Nato-Beitritt von Schweden und Finnland, doch geht es ihm eigentlich um die USA, sagt Historiker Hamit Bozarslan. Seinen nationalistischen Eifer habe Erdoğan nie abgelegt.

Die Presse: Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdoğan, blockiert den Nato-Beitritt von Schweden und Finnland. Was will er erreichen?

Hamit Bozarslan: Etwas, was er nicht bekommen kann. Er möchte, dass die Amerikaner die Kurden in Syrien nicht mehr unterstützen. Er möchte, dass niemand einer türkischen Offensive in den kurdisch kontrollierten Gebieten im Wege steht. Selbst Donald Trump war nie bereit, Erdoğan freie Hand zu lassen. Zudem gefällt Erdoğan die griechisch-amerikanische Annäherung nicht. Es war für ihn schwer zu verdauen, dass Premier Kyriakos Mitsotakis von Joe Biden empfangen wurde und im US-Kongress reden durfte und Erdoğan selbst nicht einmal einen Anruf erhielt.

Es geht ihm also um die USA, wobei die Beziehungen ja seit geraumer Zeit brachliegen.