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Der Flächenfraß geht weiter. Noch ist es grün rings um Schloss Droß bei Krems.
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Bodenversiegelung

Was ist schon ein Schloss ohne Park?

Wo bleibt der Innovationsgeist? Anstatt benötigte Arbeitsplätze im Bestand von Schloss Droß unterzubringen, sollen im Park ein Neubau und Autoabstellplätze errichtet werden. Auftraggeber: die Bundesforste – in deren Leitbild das Bewahren von Natur- und Kulturgütern festgelegt ist.

Nicht mit Holz, sondern mit Immobilien machen die Bundesforste die meisten Gewinne, ist im jüngsten Nachhaltigkeitsbericht zu erfahren. Gleich neben der Jubelmeldung über Rekordergebnisse aus Grundstücksverkäufen, Baurechtsvergaben und die Nachfrage nach Parkflächen – womit der Bedarf an Parkplätzen für Naturerlebnishungrige gemeint ist – fällt eine andere Notiz auf: Keine andere Region sei von den Folgen des Klimawandels so betroffen wie das Waldviertel. Trockenheit und steigende Temperaturen begünstigen, dass der Borkenkäfer den Namensgeber der Region zum Absterben bringt.

Dass das eine mit dem anderen in Zusammenhang steht, scheint angesichts eines Bauvorhabens in Droß ausgerechnet in jenem Unternehmen, das sich in seinem Leitbild als Bewahrer der ihm „anvertrauten Immobilien, Flächen, Natur- und Kulturgüter“ darstellt, noch nicht angekommen zu sein. Es ist kein Novum, dass die Versiegelung von Flächen und die von der Baubranche verursachten Treibhausgase maßgebliche Treiber der Klimakatastrophe sind.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte die Schlossanlage von Droß, wenige Kilometer nördlich von Krems, in den Besitz der Bundesforste. Mit Zustimmung des Bundesdenkmalamtes wurde 1975 das Schloss um 1,2 Millionen Schilling an private Käufer veräußert, die in Aussicht stellten, daraus ein Ambulatorium zu machen. Die Bundesforste behielten die Wirtschaftsgebäude und die zeitgleich mit dem barocken Ausbau des Schlosses angelegten Gartenanlagen. Historische Bilder und Pläne zeugen von einer in drei Terrassen angelegten, nach allen Regeln der barocken Gartenkunst gestalteten Anlage. Gemeinsam mit der sorgfältig restaurierten mittelalterlichen, als Aufbahrungshalle genutzten Schlosskapelle ein Ort von dichtester denkmalpflegerischer Bedeutung.