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Streaming

Netflix: 300 Mitarbeiter müssen gehen, Werbung kommt

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Bei Disney+ sind die Pläne für ein Werbe-Abo schon konkret, bei Netflix werden sie es langsam auch.APA/AFP/CHRIS DELMAS
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Die Glanzzeit von Netflix scheint endgültig vorüber. Rund vier Prozent der Belegschaft muss gehen. Und was lange ausgeschlossen wurde, kommt nun: Werbung beim Streamen.

Der US-Streamingpionier Netflix setzt seinen Sparkurs fort und kündigt 300 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Das entspreche rund vier Prozent der Belegschaft. Der Konzern begründete den Schritt damit, die Kosten in Einklang mit dem schwächelnden Umsatzwachstum bringen zu müssen. Die meisten Betroffenen arbeiten in den USA. Es ist bereits die zweite Kündigungswelle. Erst vergangenen Monat hatte Netflix 150 Stellen gestrichen.

Der weltgrößte Streaminganbieter kämpft mit der hohen Inflation, Wirtschaftsabkühlung und scharfen Konkurrenz unter anderen durch Disney, Apple und Amazon. Im ersten Quartal sind sogar die Nutzerzahlen zurückgegangen.

Weniger zahlen, dafür Werbung sehen

Gerade erst hatte Natflix mit einer anderen Nachricht aufhorchen lassen. Lange hat die Chefetage ausgeschlossen, vor oder zwischen Filmen und Serien Werbung einzublenden. Zuletzt gab es beim Streamingdienst doch Überlegungen dazu. Nun hat der Co-CEO und Programmchef Ted Sarandos die Strategie bestätigt: Geplant sei eine zusätzliche Abo-Option, bei der Nutzer weniger zahlen und dafür Werbung in Kauf nehmen.

Es gäbe viele potenzielle Kunden, die damit ansprechbar wären, die der Dienst aber bisher nicht beachtet hätte, sagte Sarandos am Donnerstag beim Werbe-Festival Cannes Lions. Gespräche mit möglichen Werbepartnern – darunter auch Google – hätten bereits begonnen. In welcher Form genau Werbung ausgespielt werden könnte, ließ Sarandos offen: Man wolle jedenfalls „leicht“ und simpel starten.

Auch der Konkurrenz-Streamingdienst Disney+ hat ein ähnliches Modell angekündigt: Schon Ende 2022 soll in den USA, 2023 dann weltweit ein günstigeres Abo mit Werbung angeboten werden. Auf eine Stunde Programm sollen dabei durchschnittlich vier Minuten Werbung kommen. Disney-Finanzchefin Christine McCarthyerwartet, dass langfristig die meisten Nutzer dieses Abo wählen werden.[SLKAF]

(kanu)