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Krimi-Serien

Morde in Serie: Kult-Ermittler, Tatort Schottland und eine gute Dosis Historie

Ein beliebter Tatort: Schottland.
Ein beliebter Tatort: Schottland.(c) Knaur Verlag
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Der erste Teil war toll, der zweite noch besser. Oder vielleicht auch schlechter, dennoch ist man schon neugierig auf den dritten Band. Kein anderes literarisches Genre lebt so sehr von der Fortsetzung wie der Krimi.

Sieben Empfehlungen zum Anfangen und Weiterlesen.


1) Don Winslow: City on Fire (Band 1)
Der Doyen des politischen Thrillers greift in seiner (vorerst) letzten Trilogie nach den Sternen. Winslow überträgt die Figuren und Themen der Ilias und der Aeneis ins Rhode Island der 1980er Jahre und wandelt Griechen und Trojaner in rivalisierende Mafia-Banden um: Iren gegen Italiener. Im Mittelpunkt des grandiosen Auftakts steht „Aeneas“ Danny Ryan, dessen größtes Problem die Loyalität ist. Don Winslows Rechnung geht voll auf, die packende Geschichte vom Kampf um Macht und Liebe transzendiert Zeit und Raum.

Don Winslow: „City on Fire“, übersetzt von Conny Lösch, Harper Collins-Verlag, 397 Seiten, 22,70 Euro

(c) Harper Collins


2) Val McDermid: 1979 - Jägerin und Gejagte (Band 1)
Schottland, zum ersten: Die Bestseller-Autorin Val McDermid lässt zum Auftakt ihrer neuen Serie die junge Investigativjournalistin Allie Burns in ein Wespennest stoßen. Im politischen Umbruchjahr 1979, in dem Margaret Thatcher an die Macht kam, gärt es in den Kreisen der schottischen Unabhängigkeitsbewegung. Als sich diese mit der IRA einlässt, steigt der Gefahrenpegel dramatisch. Val McDermid hat die Reihe um Allie Burns auf fünf Bände angelegt: 1979, 1989, 1999, 2009, 2019. Ein beeindruckendes Tableau des zeitgenössischen Schottland, gewohnt packend erzählt.

Val McDermid: „1979 - Jägerin und Gejagte“, übersetzt von Kirsten Reimers, Knaur Taschenbuch, 430 Seiten, 13,40 Euro

(c) Knaur


3) Ian Rankin: Ein Versprechen aus dunkler Zeit (Band 24)
Schottland, zum 24.: Ian Rankins Ermittler John Rebus zählt zu den kompliziertesten Figuren der modernen Krimi-Landschaft. Und zu den langlebigsten. Die Versuche seines Schöpfers, Rebus literarisch aus dem Verkehr zu ziehen, scheiterten alle. Deshalb ermittelt der geniale Grantler mit Hang zum Jazz und fettigen Speisen mittlerweile in seinem 24. Fall: In „Ein Versprechen aus dunkler Zeit“ gerät Rebus’ eigene Familie unter Verdacht. Hat seine Tochter Samantha etwas mit dem Verschwinden ihres Ehemannes zu tun? Mit John Rebus kann man nicht falsch liegen.

Ian Rankin: „En Versprechen aus dunkler Zeit“, übersetzt von Conny Lösch, Goldmann-Verlag, 509 Seiten, 22,70 Euro

(c) Goldmann Verlag


4) Donna Leon: Milde Gaben (Band 31)
Noch fleißiger als John Rebus ist Guido Brunetti, der ebenso wackere wie charmante Held von Donnas Leons venezianischen Abenteuern. Im Mittelpunkt seines 31. Falls steht ebenfalls eine Tochter in Gefahr, und zwar die von Brunettis Jugendfreundin Elisabetta Foscarini. Diese fürchtet, dass die junge Tierärztin bedroht wird. Von „Milde Gaben“ sollte man sich keine Hochspannung erwarten. Eher ist es eine akribische Indiziensammlung vor dem Hintergrund der Pandemie und einer der schönsten Krimi-Kulissen der Welt.

Donna Leon: „Milde Gaben - Commissario Brunettis einunddreißigster Fall“, übersetzt von Werner Schmitz, Diogenes-Verlag, 343 Seiten, 25,70 Euro

(c) Diogenes Verlag


5) Pascal Engman: Mörderische Witwen (Band 3)
Der ehemalige Journalist Pascal Engman hat sich mittlerweile einen Ruf als Star am schwedischen Thriller-Himmel gesichert. Mit „Mörderische Witwen“ lässt er seine Ermittlerin Vanessa Frank zum dritten Mal in menschliche Untiefen hinabsteigen, in denen sich moderne Grausamkeiten mit dem ewig Bösen verbinden. Im Mittelpunkt stehen diesmal die Ehefrauen von IS-Kämpfern, die nach Europa zurückkehren und hier nicht nur Reue und Versöhnung im Sinn haben. Aktuelle Fragen spannend verpackt.

Pascal Engman: „Mörderische Witwen“, übersetzt von Nike Karen Müller, Tropen-Verlag, 507 Seiten, 18,50 Euro

Tropen Verlag


6) Oliver Pötzsch: Das Mädchen und der Totengräber (Band 2)
Wien-Krimis sind oft am besten, wenn sie mit einer anständigen Dosis Historie aufwarten können. Obwohl Autor Oliver Pötzsch Bayer ist, bewies er schon mit dem ersten Band „Das Buch des Totengräbers“ Gespür für die Wiener Mentalität und Sprache. Diesmal bekommen es der Kriminalist Leopold von Herzfeldt und Augustin Rothmayer, Totengräber am Zentralfriedhof, im Jahr 1894 mit einer verdächtig frisch einbalsamierten Leiche im Kunsthistorischen Museum zu tun. Aberglaube trifft Wissenschaft, und das in gut recherchiertem Krimi-Ambiente.

Oliver Pötzsch: „Das Mädchen und der Totengräber“, Ullstein-Verlag, 493 Seiten, 17,50 Euro

(c) Ullstein Verlag


7) Bastian Zach: Donaumelodien - Leichenschmaus (Band 3)
Bastian Zach hat ebenfalls eine Vorliebe für ungewöhnliche Ermittler-Paarungen. Bereits zum dritten Mal spannt er den Geisterfotografen Hieronymus Holstein mit dem „buckligen Franz“, ehemaliger Mönch und Mitglied des fahrenden Volks, zusammen. Im Jahr 1876 häufen sich grausig zugerichtete Leichen in Wien, eine baumelt sogar von der Laterne vor dem Stephansdom. Ausgerechnet der Geisterfotograf Holstein soll nun den angeblichen „Jäger der Untoten“ finden. Atmosphärisch und unterhaltsam.

Bastian Zach: „Donaumelodien - Leichenschmaus“, Gmeiner-Verlag, 316 Seiten, 14 Euro

(c) Gmeiner Verlag