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„Verantwortung für zukünftige Generationen übernehmen, das ist der einzig sinnvolle Weg“

CEO Heimo Scheuch: „Als weltweiter Innovationsführer sind wir uns bei Wienerberger unserer globalen Verantwortung bewusst und treffen alle Entscheidungen im Einklang mit unseren Nachhaltigkeitszielen und Werten.“
CEO Heimo Scheuch: „Als weltweiter Innovationsführer sind wir uns bei Wienerberger unserer globalen Verantwortung bewusst und treffen alle Entscheidungen im Einklang mit unseren Nachhaltigkeitszielen und Werten.“[WienerbergerAG]
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Interview. Wie reagiert ein weltweit tätiges Unternehmen auf globale Krisen und wie wird es seiner Verantwortung gerecht. Ein Gespräch mit Wienerberger CEO Heimo Scheuch über die Ukraine, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung.

Herr Scheuch, die aktuelle Wirtschaftslage spiegelt großteils auch die derzeitige Krisensituation in der Ukraine wider. Wie reagiert Wienerberger darauf?
Gerade in schwierigen Zeiten wird deutlich, wie wichtig konstruktive Zusammenarbeit ist, und vor allem, dass Lösungen für Notsituationen nur durch zielgerichtetes, werteorientiertes und aktives Management erreicht werden können. Das sind die Grundvoraussetzungen für erfolgreiche Führung. Ich habe mir vor kurzem auch persönlich vor Ort in Kolbuszowa, Polen, ein Bild der Situation verschafft, wo wir (WB PL) einer NGO helfen, ukrainische Flüchtlinge mit dem Nötigsten und vor allem mit einem Dach über dem Kopf zu versorgen.
Als weltweit führendes Unternehmen haben wir ein großes Maß an Verantwortung. Wienerberger hat sich daher nicht nur zu hohen nationalen und internationalen Standards verpflichtet, sondern wir sehen es auch als Aufgabe und Verantwortung, unsere Unternehmenswerte wie „Respekt“ und „Vertrauen“ in die Welt hinauszutragen.
Was ich in Polen gesehen habe, hat mich traurig gemacht. Gleichzeitig hat es mich aber auch mit Stolz erfüllt, wie schnell erste Schritte von unseren Mitarbeitern in Polen und den angrenzenden Ländern wie Rumänien, Ungarn und der Slowakei gesetzt wurden. Ich bin stolz, sagen zu können, dass diese Werte bei Wienerberger wirklich gelebt werden. Dieses Engagement ist für uns auch der einzig sinnvolle Weg, auf die aktuelle Kriegssituation in der Ukraine zu reagieren und die vertriebenen Menschen und vor allem die Kinder zu unterstützen. Es sind genau diese Werte, die die Säulen unseres Erfolges bei Wienerberger bilden.


Wienerberger hat 2021 auch sehr erfolgreich agiert und das stärkste Jahr der Unternehmensgeschichte erzielt. Was war hier für Sie ausschlaggebend?
Wienerberger hat sich bereits in den letzten zehn Jahren strategisch komplett neu ausgerichtet und sich dabei von einem volumen- und produktionsorientierten Hersteller von Standardprodukten zu einem Komplettanbieter von innovativen, smarten Systemlösungen zur Unterstützung der Kundenbedürfnisse gewandelt. Unsere durchschnittliche organische Wachstumsrate pro Jahr beträgt rund 6%. Um diese strategische Transformation weiter voranzutreiben, investieren wir kontinuierlich in die Verbesserung der Produktpalette und erweitern diese um digitale Services.
Das zeigt sich nun in den aktuellen Zahlen, auf die wir besonders stolz sind: Unser Außenumsatz hat sich 2021 in Summe um 18 % auf fast 4,0 Milliarden Euro (2020: 3,4) erhöht und das Ebitda im selben Zeitraum dank eines proaktiven Margenmanagements und einer strikten Kostendisziplin um herausragende 24% auf 694 Millionen Euro (Vorjahr: 558) gesteigert.
Das ist eine wertvolle Bestätigung für unseren erfolgreich umgesetzten Wachstumskurs und zeigt gleichzeitig, dass wir in einem herausfordernden Umfeld richtig reagiert haben. Unser Portfolio reicht heute von Dach- und Wandsystemen über Fassadenlösungen und Gebäudetechnik für die gesamte Gebäudehülle bis hin zu kompletten Infrastrukturlösungen für eine sichere Versorgung mit Energie und Wasser.


Wo sehen Sie derzeit Herausforderungen, auch für die ­Bauwirtschaft als Ganzes? Welche Problemfelder gilt es hier für die ­Zukunft zu ­lösen?
Aktuell sehen wir in der Bauwirtschaft trotz eines herausfordernden Umfelds und teilweise sehr schwierigen Rahmenbedingungen bei der Verfügbarkeit von Energie als auch Fachkräften eher eine positive Entwicklung. Natürlich sind aufgrund der geopolitischen Instabilität und den damit einhergehenden Implikationen die Konsequenzen daraus für die nächsten Monate schwer einschätzbar. Mittel- und langfristig gesehen werden für die Zukunft angesichts des Klimawandels aber smarte Lösungen für ressourcenschonendes Bauen und Renovieren die wichtigsten Entwicklungen sein.


Es geht also in erster Linie um Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung? Wie geht Wienerberger ­diesen Themenkomplex an?
So ist es. Gerade die Dekarbonisierung und die Anpassung an den Klimawandel sind Herausforderungen für die gesamte Bauwirtschaft. Bei Wienerberger antworten wir darauf schon jetzt mit der Bereitstellung zukunftsfähiger Lösungen, die es uns ermöglichen, eine klimapositive Gebäudebilanz zu erzielen. Als Marktführer wollen wir hier auch künftig mit nachhaltigen Produkten für die Gebäudehülle einen wirksamen Beitrag leisten und die Lebensqualität der Menschen weiter verbessern.
Dazu unterliegen auch alle unternehmerischen Aktivitäten einem ambitionierten ESG-Kriterienkatalog, der bis 2023 eine erste markante Reduzierung der CO2-Emissionen, neue Produkte, die zu 100 % recycelt oder wiederverwendbar sind, und die Implementierung des eigenen Biodiversitätsprogramms an allen Standorten vorsieht.


Sehen Sie sich in der Branche als Vorreiter?
Als weltweiter Innovationsführer sind wir uns bei Wienerberger unserer globalen Verantwortung bewusst und treffen alle Entscheidungen im Einklang mit unseren Nachhaltigkeitszielen und stehen auch für eine transparente Kommunikation dieser Werte. Wir wollen hier mit der konsequenten Umsetzung unserer Ziele sehr wohl eine internationale Vorreiterrolle einnehmen.
Die Klimakrise ist ein Faktum, dem wir nur mit ambitionierten Nachhaltigkeitszielen entgegentreten können, um eine lebenswerte Zukunft zu sichern. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass künftige Generationen die gleichen Chancen haben wie wir heute. Mit einem innovativen Produktportfolio, neuen Anwendungstechnologien und der Dekarbonisierung der Produktionsprozesse will Wienerberger etwa bis spätestens 2050 Klimaneutralität erreichen. In einem ersten Schritt reduzieren wir die CO2-Emissionen bis 2023 gegenüber 2020 um 15% und setzen auf Produkte, die zu 100% recycelt oder wiederverwendet werden.


Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung des Energiesektors und welche Energiequellen forciert Wienerberger?
Die Steigerung unserer Produktions- und Energieeffizienz sowie die Umstellung auf klimaneutrale Energieträger sind wesentliche Bestandteile unseres Programms zum Klimaschutz. Wienerberger ist in 28 Ländern tätig und evaluiert derzeit verschiedene Optionen für den Einsatz alternativer Energieerzeugungssysteme bzw. nachhaltiger Energiequellen an verschiedenen Produktionsstandorten aufgrund der lokalen Gegebenheiten. Je nach der Verfügbarkeit in den verschiedenen Ländern werden wir stärker auf nachhaltige Energieträger wie z. B. Biogas, Wasserstoff und Elektrizität setzen. In diesem Bereich werden wir bis 2030 einen Betrag von ca. einer Milliarde Euro investieren.


Welche Schritte setzt Wienerberger konkret, um den CO2-Ausstoß des Unternehmens zu verringern?
Im Bereich Dekarbonisierung und Rohstoffe setzen wir etwa zunehmend auf die Optimierung von Rezepturen in Richtung emissionsarmer bzw. klimaneutraler Rohstoffe bei gleichbleibender Produktqualität (wie z. B. Urban Mining in den Niederlanden – kreislauforientierter Ziegel) und unter Beibehaltung der gewünschten Produkteigenschaften. Weiters unternimmt Wienerberger große Anstrengungen bei der Umsetzung zusätzlicher F&E-Projekte. Darüber hinaus arbeiten wir derzeit an über 100 Einzelprojekten, die das Unternehmen zur Klimaneutralität führen werden. Durch eine Vielzahl an Initiativen – vom Rohstoff über die Fertigungstechnologie bis hin zur Verarbeitung unserer Produkte - steht die Klimaneutralität im Mittelpunkt unserer Entwicklungen.

Wienerberger

Die Wienerberger Gruppe ist ein international führender Anbieter von smarten Lösungen für die gesamte Gebäudehülle und Infrastruktur. Wienerberger ist der größte Ziegelproduzent (Porotherm, Terca) weltweit und Marktführer bei Tondachziegeln (Koramic, Tondach) in Europa sowie bei Betonflächenbefestigungen (Semmelrock) in Zentral-Osteuropa. Bei Rohrsystemen (Steinzeugrohre der Marke Steinzeug-Keramo und Kunststoffrohre der Marke Pipelife) zählt das Unternehmen zu den führenden Anbietern in Europa.
Mit gruppenweit 215 Standorten und mehr als 17.000 MitarbeiterInnen erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2021 einen Umsatz von 4,0 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebitda von 694 Millionen Euro.

Information

Die Seiten „Perspektiven“ ­beruhen auf einer Medienkooperation mit der „Presse“ und sind mit finanzieller Unterstützung von Wienerberger entstanden.