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Das Rennen um die stärkste Währung

Eine schwache Währung stützt die Exporte, eine starke Währung dämpft die Inflation. Was das für Notenbanken bedeutet.

Wien. Den Anfang machte Isabel Schnabel. Im Februar zeigte sie – Schnabel ist Mitglied im Direktorium der EZB – auf einer Grafik, wie stark der Euro gegenüber dem US-Dollar gefallen war. Zwei Monate später beklagte Tiff Macklem von der Bank of Canada den Verfall des kanadischen Dollars. Und weitere Notenbanker folgten. Der US-Dollar war in die Höhe geschossen, im Jahresverlauf um sieben Prozent, während die US-Notenbank die Märkte auf eine aggressive Bekämpfung der Inflation einstimmte. Notenbanker in anderen Ländern, inflationstechnisch auch unter Druck, beginnen nun nach und nach, über die Vorteile einer stärkeren Währung zu sprechen. Die Logik: Eine harte Währung senkt die Importkosten.

Diese Form der Intervention ist so selten, dass schon das Gerede darüber die Märkte bewegt. Am 16. Juni wurde es nochmals ernster: Die Schweiz überraschte die Märkte mit der ersten Zinserhöhung seit 2007 und ließ den Franken auf den höchsten Stand seit sieben Jahren steigen. Stunden später kündigte die Bank of England ebenfalls eine Zinserhöhung an und signalisierte, dass weitere folgen könnten.