Das Synchron-Team der Ukraine tauchte mit Gold auf, das sonst stets von Russland gepachtet war. Maryna Aleksiiva erzählt von Flucht, Angst – und Heimweh.
Russlands Angriff auf die Ukraine hat auch die Welt des Sports verändert. Viele Verbände schlossen Russen und Starter aus Belarus aus, bei der laufenden Schwimm-WM in Budapest sind daher viele Stars bzw. Titelverteidiger nicht am Start. Viele Sportler stehen dahinter, manche wollen sich nicht äußern, andere hätten die Option der Teilnahme unter neutraler Flagge begrüßt. Die Vision jedoch, einem russischen Sieger, der womöglich Wladimir Putin nahesteht oder als Symbol der Propaganda dient, zu applaudieren, war den Entscheidungsträgern dann doch zu heikel. Der Schwimmweltverband Fina ließ sich jedenfalls sehr viel Zeit dabei, gab erst unter Druck vieler Nationen nach. Es gab tatsächlich Boykott-Drohungen, sollten Russen dabei sein.
Auf der anderen Seite zeigt sich jedoch, wie sehr man in der Welt der Schwimmbecken zusammenhält. Der deutsche Olympiasieger Florian Wellbrock lud vor dem Event Michailo Romantschuk nach Magdeburg zum Training ein, weil seine Trainingshalle zerbombt worden war. Das Wiener Wassersprung-Juwel Anton Knoll zögerte keine Sekunde und bot Superstar Oleksii Sereda Kost, Logis und Trainingsmöglichkeiten, als der Krieg begann. Die Teenager trainierten in der Stadthalle, der Ukrainer startet jetzt bei drei Events in Budapest.