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Urschitz meint

Der gezielte Schuss ins eigene Knie

Importzölle auf russisches Öl und Gas sanktionieren nur eine Gruppe: heimische Konsumenten.

Wirtschaftssanktionen sind normalerweise eine wirksame Waffe zur „Bestrafung“ von Staaten, die auf internationale Regeln pfeifen. Aber nur dann, wenn sie intelligent gemacht, also nicht von EU-Ländern nach der Methode „Moral vor Rationalität“ entworfen worden sind.
Dann passiert nämlich das, was wir gerade sehen: Energiesanktionen, die Putins Kriegskasse austrocknen sollten, haben in der Realität den Rubel gestärkt, die Öl- und Gaseinnahmen Russlands hochgetrieben wie nie zuvor – und auf der anderen Seite den Sanktionierern selbst weiter explodierende Energiepreise und damit noch mehr Inflation beschert. Also ziemlich genau das Gegenteil des ursprünglich Beabsichtigten bewirkt. Ein richtiger Erfolg!

Und weil das so gut funktioniert, wird jetzt noch nachgelegt: Die G7 reden ernsthaft über eine von außen aufgezwungene Preisdeckelung für russisches Öl. Im Wissen, dass das wohl nicht funktionieren wird. Denn die Welt ist ein bisschen größer als Europa und die USA, und die wirtschaftlich dynamischen Regionen liegen außerhalb des Westens. Dort, wo die westlichen Sanktionen nicht mitgetragen werden.

Wie man diese Länder dazu zwingt, Russland nicht das dann aus Europa umgeleitete Öl abzukaufen, haben die Erfinder dieser Idee wohlweislich nicht dazugesagt.