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Immobilien

Eigentum wird teurer und weniger leistbar

Die Preisrallye bei Wohnraum ist nicht vorbei, sie wird nur langsamer. Dazu kommen strengere Auflagen für Kredite. Bei Immobilienkrediten ist die Zinswende teilweise schon eingepreist.

Die zurückliegenden zwei Dekaden waren nicht gerade arm an Krisen: Dotcom-Blase, Finanzkrise, Pandemie, und jetzt Krieg in Europa. Und Inflation, die für die einen Armut und für die anderen zumindest signifikante Wohlstandsverluste bedeutet. Aber inmitten der Krisen wurde auf dem Feld der Geldanlage eine große, ausgedehnte Party gefeiert: Wer Geld hatte und/oder eine gute Bonität, konnte sich mit Aktien und Immobilien eindecken und gute Renditen einfahren. Die Pandemie hat den Preisauftrieb noch einmal beschleunigt: Allein heuer im ersten Quartal stiegen die Preise für Wohneigentum in Österreich um 12,9 Prozent.

Mit Juli dürften nun auch im Euroraum die Leitzinsen steigen. Teils ist das auch schon eingepreist. Fix verzinste Darlehen auf 20 Jahre würde es derzeit auf dem Markt für drei Prozent geben, vor ein paar Monaten waren es noch zwei Prozent, so Christian Vallant, Geschäftsführer der Raiffeisen Bausparkasse. Auf dem österreichischen Immobilienmarkt gehe eine „sorglose Schönwetterperiode zu Ende“, folgern die Analysten der Raiffeisen. 17 Jahre in Folge gab es kontinuierliche Preisanstiege.
„Die Zinsen werden zum limitierenden Faktor für den Gesamtmarkt“, sagte Ökonom Casper Engelen von Raiffeisen Research am Mittwoch bei einem Pressegespräch. „Die Zeiten, in denen laufendem Preiswachstum kontinuierliche Zinsrückgänge gegenüberstanden und die Leistbarkeit kaum gesunken ist, sind vorbei.“ Die niedrigen Zinsen kompensierten das rasante Wachstum der Immobilienpreise, denn je nach Höhe der Zinsen kann der Unterschied bei der monatlichen Kreditrate rasch viele Hunderte Euro betragen.