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Netflix

Jetzt gibt's den „Professor“ auch als koreanische Kopie

In "Haus des Geldes Korea" tarnen sich die Räuber mit Masken, die an traditionelles koreanisches Theater erinnern, nicht an Salvador Dalí.Jung Jaegu/Netflix
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„Haus des Geldes Korea“ ist um eine gesellschaftspolitische Botschaft angereichert – bleibt aber farblos.

Da ist er also wieder: der nachdenkliche „Professor“, der ein paar Gauner um sich schart, um „ein richtig großes Ding“ durchzuziehen, wie er sagt. 2021 ging die spanische Serie „Haus des Geldes“ im Streaming durch die Decke. Die Geschichte vom Raubüberfall auf Banknotendruckerei und Zentralbank, der trotz penibler Pläne aus dem Ruder läuft und in eine Gewaltorgie mündet, gehörte zu den erfolgreichsten internationalen Netflix-Serien 2021. Und was kann das koreanische Remake?

„Jongi-ui Jip: Gongdonggyeongjeguyeok“, das diese Woche als „Haus des Geldes Korea“ auf Netflix angelaufen ist, ist eine weitgehend idente Kopie. Mit anderen Gesichtern (und Masken, die an das traditionelle Hahoe-Theater erinnern statt an Salvador Dalí). Manche kommen einem bekannt vor. Park Hae-soo (er spielte in „Squid Game“) wirkt als Psychopath Berlin allerdings nicht so diabolisch wie Pedro Alonso. Kim Yunjin („Lost“) gibt als Seon Woo-jin das Pendant zur cleveren Inspektorin Raquel, die sich stets die Haare hochsteckt, wenn's haarig wird. Eine vielschichtige Rolle, in der Itziar Ituño Martínez glänzte. Gut gelungen ist die Korea-Version der Tokio: Die junge Frau mit Hang zum Stinkefinger sieht als Räuberin mit lila Perücke aus wie einem Manga entsprungen.

Vereintes Korea, soziale Krise

Insgesamt bleibt die koreanische Version der Serie aber farblos. Neu ist die politische Botschaft, die wie so vieles auch nicht gerade subtil vermittelt wird: Die Serie spielt in einem vereinigten Korea. Halb Nordkorea will im Süden den „Corean Dream“ leben. Es kommt zu Spannungen, sozialen Problemen, Ausgrenzung. „Willkommen im Kapitalismus“, ätzt Tokio aus dem Off. Sie schlägt sich als Kellnerin durch und wird sexuell ausgebeutet, als der „Professor“ sie aufliest. Ihr geht es nicht ums Geld, sondern um Gerechtigkeit: „Es wird Zeit, dass wir uns nehmen, was uns zusteht.“ Das haben freilich auch die Spanier so gesehen. Wer's noch nicht gesehen hat, dem sei das Original empfohlen.