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Leitartikel

Was muss denn noch geschehen, bis uns die Reiselust vergeht?

Chaos auf den Flughäfen, zweistellige Preissteigerungen, Rekordhitze und Trockenheit in den Urlaubsländern. Dennoch wird gebucht wie selten zuvor.

„In ein, zwei Jahren sollte sich die Branche wieder erholt haben“, sagte der Generalsekretär der Welt-Tourismus-Organisation, und er sollte sich deutlich irren. Denn Francesco Frangialli gab dieses Interview wenige Tage nach den verheerenden Anschlägen in den USA vom 11. September 2001. Die Welt stand still, und keiner konnte sich vorstellen, dass Reisen bald wieder so sein würde wie vor diesem Tag. Tatsächlich dauerte es kaum ein halbes Jahr, bis die Luftfahrt wieder auf neue Rekorde zusteuerte. Ein Jahr später waren die Rekorde längst kassiert. Wieder einmal hat sich gezeigt: Der Mensch verändert sich kaum, selbst nach weltbewegenden Ereignissen ist es mit der Veränderung nicht weit her.

Auch nach Beginn der Coronapandemie war es die Tourismus- und Reisebranche, die es voll erwischte. Staatshilfen mussten her, viele Jobs wurden gestrichen. Und wieder hieß es: Es wird nicht mehr wie vor der Pandemie. Tatsächlich ist es nun anders als vorher. Nicht aber, weil sich der Mensch verändert hat. Der will ins Flugzeug und ans Meer wie eh und je. Längst liegen die Buchungen bei vielen Fluglinien über dem Niveau von 2019. Längst verzeichnen Reisebüros und Onlinereiseplattformen Umsätze, die sie sich vor einigen Monaten nicht erträumt hätten. Egal, ob Italien das Wasser ausgeht, Hitze und Preise kräftig steigen. Und doch ist diesmal alles anders.