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Extremsport

Ironman: Die Eisernen vom Wörthersee

TRIATHLON - Ironman Austria
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Triathleten lieben das Rennen über 3,9 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen. Dr Wörthersee ist ihr Paradies der Qualen. Weiss, Enzenberger und Ruttmann rechnen sich am Sonntag aus österreichischer Sicht Chancen.

Nach Jahren mit coronabedingten Verschiebungen und Einschränkungen fällt am Sonntag wieder der Startschuss zum Ironman Austria in gewohnter Form. Bevor die Triathleten in der Wörthersee-Ostbucht zu 3,9 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen starten, gaben am Freitag Organisatoren und Sportler bei einer Pressekonferenz eine Vorschau auf den Bewerb. Und sie gaben sich in jeder Hinsicht voll motiviert.

Bürgermeister Christian Scheider (Team Kärnten) erklärte, die gute Stimmung in Klagenfurt hänge damit zusammen, "dass sich der Bewerb hier entwickelt und die Menschen mitgerissen hat". Sportler aber auch viele Helfer würden "von der Leidenschaft gepackt". Der Ironman sei eine der Top-Veranstaltungen der Landeshauptstadt, "und die Grundausstattung passt". Die Spitzensportler, die hierher kommen, seien echte Vorbilder, was sich auch auf den Nachwuchs auswirken würde.

Landesportdirektor Arno Arthofer betonte, der Bewerb sei einzigartig, wichtig sei es, dass man neben dem Spitzensport vieles weiteres anbiete, etwa Kinderbewerbe oder den Company Triathlon. Dass der Ironman seit Jahren so viele freiwillige Helfer anlockt, begründete er mit einer flächendeckenden Begeisterung: "Es gibt regelrechte Partys, die Athletinnen und Athleten werden von Start bis Ziel durchgetragen." Ironman-Manager Stefan Petschnig bezeichnete die Bedingungen in Klagenfurt als "ideal" - angefangen vom Ambiente und der Natur, bis hin zur Infrastruktur mit den zahlreichen Hotels. Die ersten Jahre - den Bewerb in Klagenfurt gibt es seit 1998 - habe man versucht, "mit einem blauen Auge und einer Null" aus der Veranstaltung herausgekommen, es sei bemerkenswert, wie sich der Ironman am Wörthersee entwickelt habe.

"Das Feuer brennt wieder, man merkt das bei den Anfragen, bei den Begegnungen, die wir mit den Sportlern haben", sagte Helmut Micheler, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Klagenfurt am Wörthersee. Die Hotelbetreiber hätten einen "Dauergrinser", die Athleten seien nicht nur zwei, drei Tage hier, sondern länger - inklusive ihrer Familien: "Die Sportler sind gut drauf, genießen das gesamte Umfeld." Schon jetzt sei Klagenfurt voll von Athleten, die sich einradeln oder einlaufen.

Paco Wrolich, Radkoordinator des Landes Kärnten, betonte, ihm gehe "das Herz auf": "Allein von der Wertschöpfung, wir haben Besucher aus 60 Nationen, die teilweise 14 Tage hierbleiben: Da braucht man nicht dazusagen, dass das wohl das wichtigste Sportereignis ist, das wir in Kärnten haben." Organisator Patrick Schörkmayer sagte, es sei "absoluter Wahnsinn", was in Kärnten passiert: "Wir bekommen so viel positives Feedback, es sind alle froh, dass die Veranstaltung wieder in gewohnter Weise stattfinden kann. Man merkt die Euphorie." Es sei alles vorbereitet, für die "größte Triathlon-Party seit langem", auch der Wetterbericht sei gut.

Auf die drei erstplatzierten Profis wartet heuer eine eigene Trophäe, gestaltet von Künstler Armin Guerino: "Mörderschwer, mit acht Kilo", wie Micheler verriet. Jede der Stahl-Skulpturen sei handgearbeitet und mit dem Namen der Athleten versehen. Und auch einige Österreicher rechnen sich heuer Chancen darauf aus.

Michael Weiss, aus Colorado angereist, sagte, er schätze den Bewerb in Österreich besonders: "Die Organisation, die Straßen - und in den USA sage ich dauernd, dass der Wörthersee Trinkwasserqualität hat, das glaubt einem da keiner." Die Radstrecke - eine lange Runde statt zwei kürzerer - sei eine Herausforderung, man müsse sich das Rennen anders einteilen: "Das Rennen beginnt dann ab dem Faaker See."

Georg Enzenberger, der vergangenes Jahr wegen eines Radunfalles kurz vor dem Bewerb nicht teilnehmen konnte, meinte, die Vorfreude auf Sonntag sei daher umso größer: "Ich bin motiviert bis in die Haarspitzen." In Klagenfurt werde man sogar auf der Radstrecke "fast überall" angefeuert: "Das gibt richtig viel Energie." Für Sonntag erwarte er, einen dritten Platz aus Kaprun vergangenes Jahr "zu wiederholen oder zu toppen", er werde auf jeden Fall "in Richtung Podest schielen".

Mit "sehr gemischten Gefühlen" angereist ist Paul Ruttmann, erklärte er - nach einem "sehr bescheidenen" Bewerb in Frankfurt. Jetzt freue er sich auf Sonntag, wobei er nicht hundertprozentig erholt sei. Was aber auch nicht unbedingt notwendig sei, meinte er mit Augenzwinkern: "Wir müssen ja nicht schnell sein, sondern lange durchhalten." Er wolle "konstant ganz vorne mitmischen": "Ich erwarte mir am Sonntag von mir selbst, dass ich das gut durchmache. Wenn ich das auf meinem Niveau mache, ist das wahnsinnig schnell."

Der deutsch-polnische Athlet Lukasz Wojt verwies auf Rückenprobleme, die er aber mit einem Osteopathen in den Griff bekommen habe. Was den Sonntag angeht, wollte er keine Richtung vorgeben: "Schauen wir einmal, ich will keine Platzierung im Vorhinein sagen." Bis zum Ziel könne viel passieren: "Man ist erst sicher, wenn man die Ziellinie überquert hat."