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Pizzicato

Anthony who aus Down Under

Australien und seine Premierminister fliegen zumeist unter dem internationalen Radar. Nicht, dass die Aussies ihre Köpfe in den Sand oder unters Wasser stecken würden. Doch es fehlt schlicht an Präsenz auf der Weltbühne.

Joe Biden sprach Ex-Premier Scott Morrison einmal flapsig als „That Fella Down Under“ und als „Pal“an, weil ihm der Name partout nicht auf der Zunge lag. Boris dagegen, der Vorname des Londoner Regierungschefs, kam ihm in derselben Videokonferenz ganz flüssig über die Lippen. Boris hat sich ja auch längst als globale Marke etabliert.

Novak Djoković und Emmanuel Macron haben Morrison indessen in schlechter Erinnerung. Er hatte Serbiens ungeimpften Tennisstar von den Australian Open ausgesperrt und Frankreich bei einem U-Boot-Deal ausgebootet. Die Wähler ließ das unbeeindruckt: Sie schickten Morrison unlängst in die Wüste.

Auch der Neue tut sich noch schwer, wie sich beim Nato-Gipfel in Madrid offenbarte. Der Typ links außen auf dem Gruppenfoto neben Neuseelands Jacinda Ardern? Anthony who? Albanese klingt nach Albanien, Apulien, Kalabrien. Tatsächlich ist der Premier das Produkt einer Begegnung seiner australischen Mutter mit einem italienischen Schiffssteward auf ihrer Jungfernreise nach Good old Europe. In Italien dürfte ihm das alle Türen öffnen.

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2022)