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Interview

ÖBB-Chef Andreas Matthä: „Anstieg hat überrascht und uns gefordert“

Clemens Fabry
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Der Boom bei Bahnreisen ist größer als von der Bahn erwartet, sagt ÖBB-Chef Andreas Matthä. Er appelliert an mehr Reiseplanung bei den Zugfahrenden.

Die Presse: Autofahrern treiben die Preise an den Tankstellen derzeit die Zornesröte ins Gesicht. Was empfinden Sie? Freude?

Andreas Matthä: Natürlich freut es uns, wenn so viele Passagiere in unsere Züge kommen wie zuletzt im Mai. Und die hohen Spritpreise dürften hier auch eine Rolle spielen. Ich war auch immer sehr für Kostenwahrheit im Verkehr. Dennoch sollte uns die aktuelle Gesamtsituation – und die hohen Preise bei Benzin und Diesel sind nur ein Ausdruck davon – Gedanken machen.

Kostenwahrheit ist eine langjährige Forderung der Bahnen. Ist diese mit dem derzeitigen Treibstoffpreisniveau erreicht?

Das müssten wir noch einmal genau berechnen. Ich glaube aber – vor allem beim Lkw – nach wie vor nicht. Der Lkw ist betriebswirtschaftlich billiger als die Bahn, die volkswirtschaftlichen Kosten liegen laut Studien aber um 17 Prozent über dem Schienengüterverkehr. Und wir sehen, dass die Transportpreise auf der Straße zwar steigen, aber nicht so stark wir die Treibstoffkosten.