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Wie sieht die Zukunft aus? Ein Model präsentiert eine Kreation des russischen Designers Igor Tschapurin in Moskau.
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Analyse

Wovon wird Russland künftig leben?

Der erste Schock weicht, der zweite kommt. Krieg und Sanktionen erfordern, dass Russlands Wirtschaft sich vielleicht komplett neu aufstellen muss. Aber damit das gelingt, muss wohl passieren, was sich kaum jemand laut zu sagen traut.

Wien. Um die Wirkung des Ukraine-Kriegs und der westlichen Sanktionen auf die russische Gesellschaft und Wirtschaft zu veranschaulichen, lassen sich viele Vergleiche anstellen. Alexej Wenediktow wählte jenen mit den Strahlwellen einer Atombombe.

Am Anfang habe Schockstarre geherrscht, sagt der landesweit bedeutendste Medienmacher, dessen reichweitenstärkstes Radio Echo Moskwy nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs abgedreht wurde, weil er den Krieg als Wladimir Putins Kapitalfehler eingestuft hatte. Nach der Schockstarre hätten die Leute Mut und Leidenschaft für das außenpolitische Abenteuer entwickelt. Nun aber greife die Verseuchung um sich, und viele würden sich der negativen Auswirkungen von Krieg und Sanktionen bewusst – mit der typisch russischen Reaktion: „Leben wir eben damit. Was können wir schon dagegen tun?“

Von denjenigen freilich, die aus dem Hurrapatriotismus nicht in den Fatalismus flüchten und die Tragweite des Bruchs verstehen, der Russland in die Isolation von der Weltwirtschaft und in einen signifikanten Wohlstandsverlust treibt, beginnt manch einer schon, Szenarien für die Zukunft zu entwerfen.