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Dämpfer fürs Wienerherz

Ein heute noch sehr beliebter und agiler Musiker schrieb vor einigen Jahren in seinem Buch: Der Mann, der hier gesucht wird, habe die oft widerwärtige „Verlogenheit der Heurigensänger“ nicht mehr länger ausgehalten und daher mit seiner Art dem „goldenen Wienerherz“ einen Dämpfer versetzt. Doch habe er zugleich „mit diesem vorgehaltenen Spiegel dem Wienerlied das Leben“ gerettet, das sonst „in seinen ewigen Selbstwiederholungen verkommen wäre“.

Er hatte einige Semester an der juristischen sowie philosophischen Fakultät der Wiener Uni studiert und dann aufgrund seines großen zeichnerischen Talents einen Lehrgang für Buch- und Illustrationsgewerbe an der „Graphischen“ absolviert, bevor er den Weg in die Schauspielerei einschlug. Die Texte für seine Auftritte verfasste er meist selbst. Wurden sie in Zeitungen oder Zeitschriften publiziert, versah er sie mit Bildern oder Karikaturen.

Die Frau, mit der er gemeinsam ein Unternehmen starten sollte, stammte wie er aus einem jüdisch-akademisch-künstlerischen Umfeld. Apropos Herkunft: Die Mutter der Frau war Konzertpianistin und (familiär bedingt) verhinderte Schauspielerin; die Mutter des Mannes war mit dem Sohn einst zum katholischen Glauben übergetreten.