Klima:Wandel

Dürre Zeiten für die Wasserkraft

Für Brunnen wie die Fontana dei Mesi (Brunnen der zwölf Monate) in Turin fehlt wegen der Dürre das Wasser.
Für Brunnen wie die Fontana dei Mesi (Brunnen der zwölf Monate) in Turin fehlt wegen der Dürre das Wasser.(c) REUTERS (MASSIMO PINCA)
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Die Dürre bedroht die Zukunft der Wasserkraft. Was heißen Berge ohne Gletscher für Österreichs Rückgrat der Stromversorgung?

In Italien herrscht die schlimmste Hitzewelle seit Jahren. Die Flüsse im Norden des Landes sind ausgetrocknet, die Landwirte verlieren ihre Ernten, in manchen italienischen Brunnen plätschert längst kein Wasser mehr. Aber nicht nur das. Die anhaltende Dürre hat auch die Stromerzeugung aus Wasserkraft lahmgelegt, erklärte der Stromnetzbetreiber Terna. Nach einer Reihe von Stromausfällen mussten sieben Wasserkraftwerke vom Netz gehen. Zu Normalzeiten bezieht das Land ein Fünftel seines Stroms aus Wasserkraft. In Österreich ist es dreimal so viel. Bringen die klimabedingten Dürren das Rückgrat der heimischen Stromversorgung in Gefahr?

„Der Temperaturanstieg hat sich in den vergangenen Jahrzehnten beträchtlich beschleunigt. In Österreich haben wir zwei Grad mehr als vor der industriellen Revolution“, sagt Gerhard Wotawa, Meteorologe an der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG). Läuft alles weiter wie bisher, werden Hitzewellen und Dürren zwei- bis dreimal so häufig auftreten wie früher, schätzt der Weltklimarat IPCC. Global gehe die Niederschlagsmenge zwar nicht zurück, aber die Verteilung ändere sich stark, so Wotawa. Oft regne es monatelang gar nicht, während dann plötzlich binnen kürzester Zeit große Wassermengen niedergehen. Beides ist für die Wasserkraft problematisch.

Die Technologie galt bisher als verlässlichste und zugleich flexibelste unter den Erneuerbaren. Doch Dürre und Starkregen setzen der Wasserkraft zu. Im Vorjahr war es in Kalifornien etwa so trocken, dass ein Wasserkraftwerk am Lake Oroville zum ersten Mal in 55 Jahren nicht in Betrieb gehen konnte. In Südamerika verursacht die geringe Wasserführung im Paraná-Fluss, der durch Brasilien, Paraguay und Argentinien fließt, seit Jahren Probleme bei der Stromversorgung. Aber auch zu viel Wasser ist schlecht. „Wenn es in drei Tagen so viel regnet, dass der Speichersee übergeht, haben wir nichts davon“, sagt Wotawa. Er ist überzeugt: „Wasserkraft wird ein Wackelkandidat.“

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