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Gas-Speicherung wegen Exporten verlangsamt

Die Wartungsarbeiten von Nord Stream 1 geben Grund zur Sorge.
Die Wartungsarbeiten von Nord Stream 1 geben Grund zur Sorge.(c) APA/AFP/JOHN MACDOUGALL (JOHN MACDOUGALL)
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Weil Österreich Gas nach Italien exportiert, befüllen sich die Speicher nur langsam. Die Angst vor einem Lieferstopp nimmt zu.

Wien/Berlin. Dass die Ostseepipeline Nord Steam 1 ab 11. Juli für zehn Tage stillgelegt wird, ist zwar seit geraumer Zeit bekannt, Grund sind routinemäßige Wartungsarbeiten. Aber je näher der Termin rückt, desto größer wird in Europa die Sorge, dass Russland die Wartungsarbeiten dazu nutzen könnte, die Gaslieferungen via Ostsee gänzlich einzustellen. Der Chef der deutschen Netzagentur, Klaus Müller, fürchtet etwa, dass aus einer kurzfristigen technischen Wartung eine langfristige „politische Wartung“ werden könnte – und forderte zum Energiesparen auf.

Schon seit Wochen drosselt Russland die Gaslieferungen via Nord Stream 1 mit Verweis auf die westlichen Sanktionen, eine notwendige Komponente sei deshalb nicht lieferbar. Weil auch Österreich etwa via Deutschland und Tschechien russisches Gas bezieht, wirkte sich das bisher auf den Fortschritt bei der Einspeicherung aus.

Eine andere Ursache für die niedrigen Einspeicherraten sind Exporte, vor allem nach Italien. Österreich hat große Speicherkapazitäten, nur gehören die zum Teil auch ausländischen Unternehmen. Bis zu drei Viertel der österreichischen Speicherkapazitäten wurden bisher von internationalen Kunden genutzt. Slowenien etwa hat seine strategische Gasreserve in Österreich gespeichert.

In den vergangenen 30 Tagen flossen im Schnitt täglich 240 Gigawattstunde (GWh) etwa nach Italien, für den Freitag waren sogar rund 620 GWh für den Export angemeldet gewesen. Damit die heimischen Speicher bis Anfang der Heizsaison zu 80 Prozent gefüllt sind, müssten 368 GWh täglich eingespeichert werden. Am vergangenen Dienstag – seit diesem Tag ist die Einspeicherung in Österreich deutlich zurückgegangen – wurden etwa 70,28 GWh eingespeichert, am Mittwoch waren es 218,77 GWh.

Das Klimaschutzministerium kündigte für den Dienstag eine Lageeinschätzung seitens der Bundesregierung an. Die Lage sei ernst, und es sei wichtig, sie genau zu analysieren, hieß es. Die FPÖ kündigte am Samstag an, dass sie den nationalen Sicherheitsrat einberufen werde, am Montag werde ein entsprechender Antrag gestellt.

Lesen Sie mehr dazu >> Die deutsche Bundesnetzagentur äußert die Sorge, ob nach den Wartungsarbeiten der Pipeline Nord Stream 1 wieder russisches Gas durch die Röhre fließt.

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(red.)