Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Festspiele Reichenau

Braucht „Die Möwe“ eine neue Form?

Die verpasste Liebe und eine tote Möwe: Nils Arztmann als Konstantin, Paula Nocker als Nina.
Die verpasste Liebe und eine tote Möwe: Nils Arztmann als Konstantin, Paula Nocker als Nina.(c) Jan Frankl
  • Drucken

Torsten Fischer bürstet Anton Tschechows Tragikomödie gegen den Strich: Anfangs ziemlich didaktisch, zuweilen ungewohnt flott und schließlich gar melodramatisch. Das Ensemble spielt mit Herzblut.

Anton Tschechow lässt seine tragische Komödie „Die Möwe“ mit einem weniger exzentrischen Paar als dem der Protagonisten beginnen. Es setzt die Grundstimmung: Der unzufriedene Lehrer Medwedenko bemüht sich um die frustrierte Mascha, die in einen anderen verliebt ist. Sie kommen von einem Spaziergang im Park des Gutes Sorin zurück. Im Hintergrund liegt der See, der Blick darauf ist laut Anweisung im Text durch eine Bühne versperrt. „Warum gehen Sie immer in Schwarz?“, fragt Medwedenko. Die Antwort: „Aus Trauer um mein Leben. Ich bin unglücklich.“

Nach ihnen betritt der tragische Held, für den Mascha schwärmt, die Bühne: Konstantin Gawrilowitsch Treplew, Sohn der kaprizierten Schauspielerin Irina Nikolajewna Arkadina, in Begleitung seines Onkels, Pjotr Nikolajewitsch Sorin. Der Alte räsoniert über sein versäumtes Leben, der Junge fiebert der Aufführung seines Stücks entgegen, in dem Nina Michailowna Sarjetschnaja ihr Debüt geben wird. Konstantin liebt sie, das Mädchen drängt zum Theater. Bald wird sie ihn verraten und ein Verhältnis mit dem Geliebten seiner Mutter anfangen, dem erfolgreichen, aber vielleicht nur mäßigen, konventionellen Autor Boris Alexejewitsch Trigorin. Ihm wird Nina ins ferne Moskau folgen, als Schauspielerin wird sie scheitern.