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Covid

Stelzer fordert Ende der Quarantäne

Der Oberösterreichische Landeshauptmann betont, dass sich die Krankheit verändert habe. Derweil bereiten sich die Spitäler auf die Sommerwelle vor. Doch schon jetzt sind aufgrund von Personalmangel Betten gesperrt.

Wien. Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) fordert ein rasches Ende der bestehenden Quarantäne- und Absonderungsregelungen. Nach der Corona-Sommerwelle werde eine Herbstwelle kommen. „Wir müssen akzeptieren, dass Corona bleibt. Wir werden das nicht niederringen und verhindern können. Deshalb müssen wir damit leben, dass die Krankheit da ist“, sagte Stelzer am Wochenende.

Ältere und Gefährdete müssten durch Impfungen bestmöglich geschützt werden, wenn sinnvoll, könne man zusätzliche Maßnahmen wie das Tragen von Masken verordnen, Messlatte sei die Kapazität in den Spitälern. „Die Krankheit ist nach zwei Jahren eine andere geworden. Wir müssen mit der Quarantäne aufhören“, fordert Stelzer das rasche Ende der Absonderung. Denn die nächste Welle der Corona-Pandemie ist bereits da, und das erstmals im Sommer.

Derzeit laborieren 109.111 Personen an SARS-CoV-2, Am Sonntag wurden 8.616 neue Infektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 787,5. Nach den Infektionszahlen steigen mittlerweile auch jene der mit Covid-19 hospitalisierten Patienten. Beratungsgremium Gecko hält einen Spitalsbelag von 2500 bis 4000 Patienten auf dem Peak der Welle für möglich. Das würde die Krankenhäuser sehr wahrscheinlich mitten in der Ferien- und Urlaubszeit treffen. Die Spitäler bereiten sich bereits darauf vor.

Was planen die Spitäler?

So sieht der Wiener Gesundheitsverbund bereits mit Sorge auf die Infektionszahlen und registriert bereits steigende Belagszahlen insbesondere auf den Normalstationen. Auch beim Personal ist die derzeitige Infektionswelle mit Erkrankungsfällen spürbar, berichtete der Gesundheitsverbund. Zur Vermeidung und Reduktion von Infektionen im Klinikumfeld gebe es ein konsequentes Tragen der FFP2-Maske auf dem Klinikgelände, engmaschige PCR-Testungen oder Anpassungen der Regeln für Besuchende. Urlaubssperren seien derzeit aber nicht geplant. Ähnliches ist aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten und Vorarlberg zu hören. Auch hier will man, dass sich das Personal über den Sommer erholt – die zusätzliche Belastung durch eine neue Welle auf den Stationen hält sich (noch) in Grenzen.

Anders ist das in der Steiermark. Dort will man zwar auch keine Urlaubssperren wegen der anrollenden Sommerwelle. Dennoch sind schon jetzt 530 Betten gesperrt, davon rund 300 aufgrund mangelnder Pflegekräfte und 40 aufgrund von Ärztemangel. Die restlichen sind isolationsbedingt wegen Covid nicht verfügbar.

Salzburg betreut zu Hause

In den Salzburger Landeskliniken verschärft sich die Lage auch wieder: Die Zahl der Corona-Patienten steigt stark, ebenso die Anzahl der Spitalsmitarbeiter, die wegen Covid nicht arbeitsfähig sind (von 42 auf 110). Am Uniklinikum Salzburg sind wegen der Pandemie, aber auch wegen Personalmangels schon seit längerer Zeit 100 bis 150 Betten gesperrt, aktuell sind es rund 130. Gesperrte Betten seien aber auch in normalen Sommern üblich, so ein Sprecher. Urlaubssperren will man auch hier nicht. Auch weil das Personal einmal Überstunden abbauen muss. Allein in der ersten Omikron-Welle seien 600.000 Plus-Stunden entstanden. Sollte noch mehr Personal ausfallen, werden die Kliniken Leistungen zurückfahren.

Außerdem werden die Kliniken ab Mitte Juli schrittweise auf dezentrale Covid-Betreuung umstellen, das heißt, dass Corona-Patienten so lang wie möglich dort bleiben, wo sie sind, also entweder zu Hause, in einem Seniorenheim oder auf der ursprünglichen Station oder am ursprünglichen Standort im Spital.

Und in Tirol? Dort bereiten nicht die Covid-Erkrankten Sorgen, sondern die Zahl der Verletzten, die wegen Freizeit- oder Verkehrsunfällen eingeliefert werden. Diese sei „enorm“, so ein Sprecher. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.07.2022)