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Fehlerkultur

Mikl-Leitner: Auf Ballkleider-Aussage folgt Windräder-Verwirrung

NÖ-Landeshauptfrau Mikl-Leitner bei der Verleihung des Österreichischen Filmpreises, diesmal nicht im Ballkleid.
NÖ-Landeshauptfrau Mikl-Leitner bei der Verleihung des Österreichischen Filmpreises, diesmal nicht im Ballkleid.APA/TOBIAS STEINMAURER
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Niederösterreichs Landeshauptfrau entschuldigt sich für das "verunglückte Beispiel" der Klimawandel-Maßnahme. Just verschätzt sie sich aber erneut bei einer anderen ökologischen Causa.

Nach Kritik an einer Aussage in einem Interview hat Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner am Montag auf Facebook und in einem Leserbrief in der "Kronen Zeitung" festgehalten: "Ich habe einen Fehler gemacht." Die ÖVP-Politikerin hatte beim "Austrian World Summit" in Wien auf die Frage, was jede und jeder Einzelne gegen den Klimawandel machen könne, gemeint: "Das beginnt bei der Kleidung, dass man nicht zehn Ballkleider haben muss, sondern drei Ballkleider."

Bereits im Februar hatte Mikl-Leitner mit einer Aussage über die SPÖ für Furore gesorgt. In einer SMS an den damaligen Kabinettschef Michael Kloibmüller schrieb sie „Rote bleiben Gsindl“. Nun zeigt sie erneut Reue: "Politikern wird oft eine mangelnde Fehlerkultur vorgehalten. Dem möchte ich an dieser Stelle gerne entgegentreten", teilte die Landeshauptfrau mit. Ein Ausschnitt des Interviews am Rande von Arnold Schwarzeneggers Klimagipfel in der Wiener Hofburg war in der ORF-Sendung "Willkommen Österreich" ausgestrahlt worden und hatte für Kritik und Spott von anderen politischen Parteien und in sozialen Medien gesorgt.

„Gesagt ist gesagt"

Fakt sei, dass die Textilindustrie rund zehn Prozent des weltweiten CO₂-Ausstoßes verursache und damit die zweitschädlichste nach der Ölindustrie sei, hielt Mikl-Leitner fest. Jede und jeder Einzelne könne "überdenken, ob man wirklich noch ein und noch ein und noch ein Kleidungsstück mehr braucht - und dabei nehme ich mich selber natürlich nicht aus. Dass mir bei diesem Interview in der Hofburg dann der letzte Ball in der Hofburg und damit das verunglückte Beispiel der Ballkleider in den Sinn kam, war natürlich ein Fehler, über den ich mich in der Sekunde selbst am meisten geärgert habe. Aber gesagt ist gesagt", meinte die Landeshauptfrau.

Schon beim Kaufverhalten könne man einen Beitrag gegen die CO₂-Belastung und für den Klimaschutz leisten, betonte Mikl-Leitner: "Wenn aber vereinzelt behauptet wird, die Journalistin hätte mich zu 'Spartipps gegen die Teuerung' befragt, dann ist das schlicht und ergreifend frei erfunden.“ Ob das auch auf die anderen jüngsten Medienberichte zutrifft? Nicht nur bei Ballkleidern scheint sich die Landesfrau nämlich unsicher, bezüglich der ökologisch vertretbaren Menge.

So habe Mikl-Leitner bei einem Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern des Klimarates von 200 Windrädern berichtet, die die VP in Niederösterreich neu errichten wolle. Von weiteren 750 Windrädern, die verstärkt werden sollen, war ebenfalls die Rede. Die Landes-Grünen haben die Aussagen bei der zuständigen „IG-Windräder“ überprüfen lassen und kamen zu dem Ergebnis: Die Landeshauptfrau nimmt es auch hier nicht so genau mit der Anzahl. Nur 38 Windräder sollen heuer neu errichtet werden, im kommenden Jahr wohl nicht viel mehr. 280 werden voraussichtlich „repowered“, heißt es vonseiten der IG.

(APA/red.)