Seit der Westen Sanktionen als Antwort gegen den Angriffskrieg Putins auf die Ukraine eingesetzt hat, bemüht sich Russland, die EU-Staaten in Schach zu halten, indem es mit Lieferstopps von Erdöl und Erdgas droht.
Obwohl die Auswirkungen der reduzierten Lieferungen jetzt schon stark spürbar sind, wäre ein vollständiges Zudrehen des russischen Gashahns fatal. Die Regierung hofft, dass durch das Füllen der Gasspeicher bis zum 1. Oktober auf 80 Prozent ihrer Kapazität ausreicht, um den Winter zu überdauern. Jedoch füllen sich diese langsamer als erwartet. Ein Grund dafür seien Gasexporte nach Italien.
Um die Situation zu evaluieren, trifft sich heute die Regierung. Währenddessen kommt scharfe Kritik am Vorgehen der Regierung von der FPÖ, die hierzu am Samstag den Nationalen Sicherheitsrat einberufen hat. Herbert Kickl zufolge hätte Umweltministerin Leonore Gewessler nur „beschwichtigende Erklärungen“ gegeben. Die SPÖ spricht sich für einen Ausbau der erneuerbaren Energiequellen, wie Biomasse, Solarenergie sowie Wind- und Wasserkraft aus. Auch die Neos stimmen in diesem Punkt der SPÖ zu.Die Grünen meinen, um von russischen Lieferungen wegzukommen, wären neben diesen auch Gaslieferungen aus anderen Ländern in Erwägung zu ziehen.
Aufgrund des steigenden Drucks sucht die Regierung schon seit Längerem nach einer langfristigen Lösung. Um dies zu besprechen, besuchten Bundeskanzler Nehammer und Energieministerin Gewessler schon im April die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar. Doch bevor erneuerbare Energie den österreichischen Bedarf decken kann, wäre es ebenso möglich, eine Übergangslösung in Form von norwegischem Gas zu finden. Auch wäre es möglich, sich an Deutschland ein Beispiel zu nehmen. Schon seit einiger Zeit wird dort versucht, sich vollständig von fossilen Rohstoffen unabhängig zu machen.
Bereits jetzt organisieren viele Österreicherinnen und Österreicher für das Eigenheim verschiedenste Lösungen, wie zum Beispiel eine Photovoltaikanlage. Auch großflächig werden in Österreich neben diesen schon Windräder und Wasserkraftwerke eingesetzt, doch diese waren bis jetzt nicht ausreichend, um von russischen Gaslieferungen unabhängig zu werden.