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Finanz

Hoher Umsatz an Wiener Börse

Stabile Zahlen im ersten Halbjahr an der Wiener Börse.
Stabile Zahlen im ersten Halbjahr an der Wiener Börse.Die Presse/Clemens Fabry
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Dem Handelsplatz geht es gut, aber der heimische Index stürzt ab. Börse-Chef Boschan fordert Stärkung der Kapitalmärkte.

Wien. Der Austrian Traded Index (ATX) hat eine Handvoll Unternehmen, auf die er sich immer verlassen kann. Diese Konzerne haben dem finanzstarken heimischen Index schon ein außergewöhnlich gutes Jahr 2021 beschert und liefern nun auch im ersten Halbjahr 2022 eine stabile Performance ab.

Die höchsten Aktienumsätze verzeichnen nämlich genau diese börsennotierten Unternehmen: Erste Group (7,64 Mrd. Euro), OMV (6,03 Mrd. Euro), Raiffeisen Bank International (4,29 Mrd. Euro), Verbund (3,98 Mrd. Euro) und voestalpine (2,94 Mrd. Euro).

Das bedeutet einen guten Umsatz für den Handelsplatz und die Wiener Börse verzeichnet ein 10-Jahres-Hoch mit insgesamt 42,79 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, im ersten Halbjahr 2021 waren es noch 38,9 Milliarden Euro Umsatz. Rund 80 Prozent dieser Umsätze stammen dabei von internationalen Handelshäusern. Durchschnittlich werden an einem Handelstag in Wien rund 340 Millionen Euro umgesetzt. Als die drei stärksten Tage im letzten Halbjahr kristallisierten sich der 31. Mai mit 1,12 Milliarden Euro, der 28. Februar mit 911 Millionen Euro und der 18. März mit 870 Millionen Euro heraus.

Dabei verlief das erste Halbjahr durchaus turbulent, der Krieg in der Ukraine und die anhaltende Teuerung ließen den ein oder anderen Aktionär nervös werden. Davon belastet verlor der ATX rund 25 Prozent seit Jahresbeginn, der ATX Total Return hingegen knapp 23 Prozent.

Der ATX Total Return ist ein Performanceindex, bei dem die Dividendenausschüttungen miteinberechnet werden, während der ATX die reine Kursentwicklung ohne Dividenden widerspiegelt. Die Zusammensetzung der beiden Indizes ist ident. International sind Kursindizes tendenziell häufiger anzutreffen als Performanceindizes – beispielsweise ist der deutsche DAX ein Performanceindex, während der Dow Jones oder der Euro-Stoxx-50 Kursindizes sind.

Plattformen und Anleihen

Die Wiener Börse verfügt schon seit 2018 über eine Plattform für ESG-konforme, also nachhaltige, Anleihen. Diese erhielt zuletzt aber einen neuen Anstrich und unter dem Namen „Vienna ESG Segment“ wurden die Kriterien dafür verschärft: das neue Regelwerk besagt nämlich, dass verpflichtende Aufnahme- und Folgepflichten für nachhaltige Anleihen erforderlich sind. Diese orientieren sich an den internationalen Standards des Branchenverbands für Kapitalmarktteilnehmer ICMA.

„Wir befinden uns in einer Phase der Transformation“, sagt Börse-Chef Christoph Boschan und spricht sich im Hinblick auf den Klimawandel und anderen Herausforderungen wie der alternden Gesellschaft für eine verstärkte Aktivierung von privatem Kapital und Stärkung der Kapitalmärkte aus. „Damit Europa nicht ins Hintertreffen gerät und global mitmischen kann, müssen öffentliche Kapitalmärkte gestärkt werden“, so Boschan.

Aber nicht nur beim Umsatz wurde zugelegt, auch die Neunotierungen für Anleihen konnten einen Anstieg vermelden. 3578 Neuzugänge, das sind elf Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr.

Eigenen Aussagen der Wiener Börse zufolge, stammen diese hauptsächlich aus internationalen Gefielden, wie etwa die Development Bank of Kazhakstan, die polnische mBank SA oder Europcar UK.


[SMFLS]