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Pizzicato

Der Methusalem und die Muse

Via E-Mail teilte der Medienmogul seiner Frau kurzerhand mit, dass ihre Ehe im siebten Jahr vorüber sei und dass sie künftig nur über seine Anwälte mit ihm in Kontakt treten solle.

Gattin Nummer vier, die in London auf Nachricht von ihm gewartet hatte, um ihn zu seiner Sommerparty mit Boris Johnson und Co. zu begleiten, fiel aus allen Wolken. Hatte der Mann ihr nicht noch im Vorjahr als Ruhepol im Jetset-Dasein eine Farm in Montana geschenkt?

Neudeutsch würde man diese Art des Schlussmachens Ghosting nennen. Die feine englische Art war es jedenfalls gewiss nicht. Aber was will man von einem Mann erwarten, der in der früheren britischen Gefangenenkolonie Australien groß geworden ist? Noch dazu, wenn es sich um Rupert Murdoch handelt, der Jerry Hall solcherart verstoßen hat? Einen Mann der schnellen Entschlüsse und harten Schnitte, bekannt für seine skrupellosen Geschäftsmethoden.

Dabei ist das texanische Ex-Model als Mick Jaggers Ex-Gefährtin allerhand gewohnt. Sie hat gedacht, zwischen Sonne und Mond alles erlebt zu haben. Dass sie raucht und trinkt – ja was hat sich der Methusalem denn unter einer Popmuse vorgestellt? Womöglich ist es immer noch besser, mit einem Womanizer wie Jagger nicht verheiratet gewesen zu sein, als mit einem paranoiden Kontrollfreak wie Murdoch eine Ehe geschlossen zu haben. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2022)