Gastkommentar

Lueger-Denkmal vs. antisemitische Buchläden

Warum der einfache Gegner dem gefährlichen vorgezogen wird.

Die Autorin:

Mag. Caroline Hungerländer (geb. 1988) ist Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat und stellvertretende Landesparteiobfrau der ÖVP Wien.

Die Dokumentationsstelle politischer Islam deckte unlängst auf: Eine der Millî-Görüş-Bewegung nahestehende Buchhandlung vertreibt in Wien zutiefst antisemitische Literatur. Da findet sich ein Potpourri aus Holocaust-Leugnern, Israel-Feinden und Aufrufen zur Vernichtung von Juden. Die Lektüre verursacht Übelkeit.

Die Reaktion auf den Bericht: das große Schweigen im Walde. Die Stadt Wien, die sich den Kampf gegen Antisemitismus auf die Fahnen heftet, schweigt. Interessensvertretungen schweigen. Die Grünen schweigen. Die Medien schweigen weitgehend. Als ob nichts wäre, wenn man nichts sagt. Dieses Muster kennen wir bereits. Etwa von Aufmärschen palästinenserfreundlicher und antisemitischer Gruppierungen, die weitgehend unkommentiert blieben. Es zeigt sich: Der einfache Weg scheint auch beim Kampf gegen den Antisemitismus der beliebtere zu sein.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.