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Wissenschaft

Ist der Krieg doch der Vater aller Dinge?

Der stärkste Treiber für die Entwicklung komplexer Gesellschaften war stets militärische Innovation: Das ist das Fazit einer empirisch bestens unterfütterten Studie. Muss man es glauben? Und was bedeutet es für die Zukunft?

Krieg ist die schlimmste Erfindung der Menschheit. Krieg schafft unendliches Leid, zerreißt Familien, bringt Tod und Verwüstung, zerstört, was Generationen an Werten aufgebaut haben. Krieg ist . . . der wesentliche Treiber für die Entwicklung komplexer Gesellschaften und damit für Fortschritt. Das erklären nun ganz nüchtern der Anthropologe Peter Turchin von der Universität Connecticut und 16 weitere Forscher, gestützt auf die statistische Auswertung eines riesigen Datenpools (Science Advances, 24. 6.)

Sie modellieren einen düsteren Mechanismus: Der blutige Wettstreit merzt schwache Gesellschaften aus, die schlecht organisiert sind und intern zu wenig zusammenhalten. Es obsiegen große, zentralisierte Staaten mit straffer Führung und schlagkräftigem Heer – eine die evolutionäre Fitness fördernde Auslese, würde man für „andere Tiere“ sagen. Aber muss man diesem zynisch wirkenden Fazit folgen?