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Interview

"Serbien wäre in der EU Ungarns Kopie - nur schlimmer"

Der Politologe Dimitar Bechev rät der EU, den Druck auf die Politiker der Westbalkanstaaten aufrechtzuerhalten.
Der Politologe Dimitar Bechev rät der EU, den Druck auf die Politiker der Westbalkanstaaten aufrechtzuerhalten.APA/AFP/VANO SHLAMOV
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Der Politologe Dimitar Bechev rät der EU, den Druck auf die Politiker der Westbalkanstaaten aufrechtzuerhalten.

Die Presse: Das bisher letzte neue EU-Mitglied, Kroatien, trat vor fast einem Jahrzehnt bei, seither herrscht Stillstand: Ist die Erweiterungspolitik gescheitert?

Dimitar Bechev: Ich würde nicht so weit gehen. Sie ist schwer angeschlagen. Aber aus dem einfachen Grund, dass wir nichts Besseres haben, ist sie noch immer der Standard. Sie ist halt sehr dysfunktional. Es gibt aber den informellen Erweiterungsprozess, auf Ebene der Gesellschaften. Wenn man Barrieren für die Freizügigkeit schafft, sowohl für Menschen als auch Unternehmen, macht das den Prozess robust. Man sieht das am Fall der Ukraine: Die Ukrainer bekommen drei Jahre Zugang zum EU-Arbeitsmarkt. Ich wäre überrascht, würde das abgeschafft werden, selbst wenn die Ukraine in absehbarer Zeit nicht Mitglied wird. So etwas Ähnliches wird auf dem Westbalkan geschehen: eine schrittweise Aufnahme.

Wieso funktioniert diese Politik nicht so, wie geplant: als bestes außenpolitisches Werkzeug der EU, ihre Werte und Interessen zu verbreiten?