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Umfrage

In Österreich blickt man pessimistisch in die Zukunft

Die Stimmungslage in Österreich ist derzeit nicht allzu rosig.
Die Stimmungslage in Österreich ist derzeit nicht allzu rosig.(c) Die Presse/Clemens Fabry
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Für zwei Drittel ist der Stopp des russischen Vormarschs in der Ukraine wichtig. Ein Viertel der Befragten spürt die Teuerungen.

Mit Blick auf die nächsten zwölf Monate ist nur etwa ein Viertel, 26 Prozent, der österreichischen Bevölkerung optimistisch gestimmt. Das verraten am Mittwoch veröffentlichte Umfragedaten der Paul Lazarsfeld-Gesellschaft (PLG), befragt wurden in Österreich lebende Personen ab 16 Jahren. Genau die Hälfte sieht der Zukunft pessimistisch entgegen, die restlichen 24 Prozent sind unentschlossen.

Abgefragt wurde unter anderem die Stimmungslage zum Krieg in der Ukraine. Etwa zwei Drittel sind ein Stopp des russischen Vormarschs wichtig. Indes glaubt die Mehrheit, 57 Prozent, dass dies durch die Allianz des Westens sowie militärische Unterstützung der Ukraine nicht gelingen wird. 34 Prozent wünschen sich weniger europäisches Engagement im Ukraine-Krieg, 18 Prozent mehr.

Zusammenhalt mit China und afrikanischen Ländern?

„Wir sollten eine Lösung zur Beendigung des Krieges finden, bevor die Stimmung im Westen kippt“, kommentierte der ehemalige österreichische OECD-Botschafter Wolfgang Petritsch diese Ergebnisse. Er sprach sich dafür aus, China als Verbündeten heranzuziehen. Schließlich würde sich ein Ende des Krieges in Europa auch positiv auf die „Neue Seidenstraße“ auswirken.

Bezüglich Taiwan müsse man abwägen, was dem Westen wichtiger sei. Auch mit afrikanischen Ländern, die ja besonders von den durch Russland blockierten Getreidelieferungen betroffen sind, solle die EU stärker zusammenarbeiten. „Die USA sollen sich hier eher zurückhalten“, so Petritsch.

Unsicherheit gefährdet Investitionen

Für drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher ist der PLG-Umfrage zufolge die Teuerung spürbar. 64 Prozent geben an, ihre Geldausgaben in Zukunft einzuschränken. Ewald Nowotny, ehemaliger Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, zeigte sich von der nicht allzu rosigen Stimmungslage betroffen: „Nichts ist für Investitionen so gefährlich wie Unsicherheit“, kommentierte er mögliche wirtschaftliche Auswirkungen dieser. Zwar sagen WIFO-Prognosen ein Wirtschaftswachstum voraus, diese gehen aber nicht von einem Stopp der russischen Gaslieferungen aus.

Nowotny warnte davor, das Risiko dieses möglichen „Gamechangers“ zu vernachlässigen. Er forderte die Politik dazu auf, hoffnungsfördernde Maßnahmen zu finden: „Es macht wenig Sinn, nach Pflästerchen zu suchen.“ Besonders sinnvoll fände er einen vorübergehenden Erlass der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, der laut ihm vor allem die niedrige Einkommensklasse entlasten würde.

(APA)