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Maßnahmen

Wien verschärft Corona-Regeln im Gesundheitsbereich

APA/GEORG HOCHMUTH
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Nach der Beratung mit Expertinnen und Experten verkündet Ludwig eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Im Gesundheitsbereich kommen FFP2-Masken und eine Besucher-Begrenzung.

Es ist das erste Mal, dass wir eine Welle im Juli beobachten müssen. Und diese bringe gleich drei Sorgen, sagte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Donnerstag. Man registriere täglich erhöhte Infektionszahlen, die ihren Niederschlag in den Spitälern fänden. „Zum zweiten sind auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern infiziert und daher zu Hause.“ Zum dritten stehe die Urlaubszeit an und daher seien viele Menschen – darunter eben auch Pflegekräfte und Medizinerinnen und Mediziner. Das Spitalswesen drohe daher an seine Belastungsgrenzen zu kommen.

Der „Sonderweg“, den Wien im Hinblick auf Corona gegangen ist, werde gut angenommen, betont Ludwig. Auch andere Städte in Europa würden sich dem Wiener Vorbild anschließen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Covid-19 in der Reisesaison stark verbreiten werde, sei aber auch in der Bundeshauptstadt gegeben. Wien werde daher den gehabten Weg mit verschärften Maßnahmen weitergehen. Es werde „notwendig sein, dass wir den konsequenten Wiener Weg – wir haben ja nach wie vor eine geltende Maskenpflicht – weitergehen“, verkündet der Bürgermeister.

Drei getestete Besucher pro Patient und Tag

Insbesondere das Testsystem können in Zukunft wieder auf den Weg gebracht werden, konstatiert Ludwig. Auch der „vierte Stich“, also eine weitere Impfung, werde eine maßgebliche Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen. Diverse Impfzentren in Wien sollen daher im Laufe des Juli zusätzlich öffnen. Darunter das Austria Center und ab 11. Juli das Impfzentrum TownTown, danach je ein Impfzentrum im zweiten, zwölften, 15. Und 18. Bezirk, sowie je eines in Floridsdorf und Donaustadt. Im Zuge dessen werden „schrittweise" weitere Impftermine freigeschaltet werden. Über das Gesundheitstelefon 1450 oder den Impfservice Online können Bürgerinnen und Bürger sich anmelden.

In vulnerablen Settings wird es künftig eine Verschärfung der Maßnahmen geben. In Krankenanstalten, sowie in Alten- und Pflegeheimen wird eine FFP2-Maskenpflicht eingeführt. Die Besucheranzahl in Spitälern wird auf vorerst maximal drei getestete Personen pro Patientin oder Patient pro Tag reduziert. So sollen Cluster verhindert werden.

Weitere Maßnahmen voraussichtlich Anfang August

Künftig könne es außerdem eine weitere Ausweitung der Maßnahmen geben, kündigt Ludwig an. Diese werden voraussichtlich Anfang August bekannt gegeben. Er wolle hier jedoch nicht vorgreifen, betont Ludwig. An den Bund appelliert der Wiener Bürgermeister, sich an Wien ein Beispiel zu nehmen und die Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 zu verschärfen. „Ich halte es für wichtig, zeitgerecht Maßnahmen zu setzen und nicht erst, wenn die Welle am Höhepunkt ist“, hält Ludwig fest.

„Das Virus wird nicht schnell vorbeigehen“, lässt der Wiener Bürgermeister weiter verlautbaren. Von dem Ansatz, den Virus als Teil des normalen Lebens anzusehen, halte er aber nichts. Man müsse die Menschen aber an die neuen Bedingungen gewöhnen. Dabei wolle man in Wien nicht überschießend tätig sein, sondern maßvoll. Die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln in der Bundeshauptstadt sei ein Beispiel dafür, dass dieser Weg funktioniere. Sie werde von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Meinungsumfragen würden das bestätigen.

Bei der Frage, ob die Maskenpflicht in den Supermärkten wiederkommen könne, hält sich Ludwig bedeckt. Er will eine Rückkehr der Maßnahme weder abstreiten noch prognostizieren.

(vahe)