Suedbahnhotel
Semmering

Neustart im Südbahnhotel: Auferstehung des Sommerfrische-Märchens

Ein neuer Investor will für die Realisierung eines alten Traums sorgen. Das legendäre Hotel am Semmering, in dem einst Sigmund Freud und Gustav Mahler Hof hielten, wird ab sofort ganzjährig mit Kunst bespielt.

Es ist und bleibt einer der Sehnsuchtsorte von österreichischen Nostalgikern: das Südbahnhotel am Semmering. Kaum ein anderer Bau der Fin-de-Siècle-Ära symbolisiert so beeindruckend die legendäre heimische Sommerfrische-Kultur. Im Südbahnhotel gaben sich in der Blütezeit des Betriebs Weltstars die Klinke in die Hand. Der große Dirigent Bruno Walter, um nur ein Beispiel zu geben, ruhte sich nach seinen Gastspielen bei den Salzburger Festspielen stets ein paar Wochen am Ende des Sommers hier aus.

Er tauschte damit die künstliche Welt der Opernbühne mit dem Laufsteg der High Society. Am Semmering führte nicht der große Theatermagier Max Reinhardt Regie, sondern der mythenumrankte Hoteldirektor Seibt, der nicht nur eine Armee von Bediensteten befehligte, sondern auch virtuos die Fäden im Spiel der Eitelkeiten zog. Wer etwas auf sich hielt, nahm teil an den Konversationsstücken in den großen Sälen und kleinen Kabinetten. Die Größen der Geistes- und Kunstwelt fungierten als Werbeträger. Sigmund Freud war hier, Peter Altenberg ließ sich einladen, Gerhart Hauptmann hielt Hof, Komponist und Operndirektor Gustav Mahler erholte sich vom zermürbenden Kampf hinter den kaiserlichen Hoftheater-Kulissen.

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