Der Alfa Romeo des chinesischen Fahrers Zhou Guanyu spiegelt sich in Monaco im Visier eines Feuerwehrmannes.
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Mitreden: Ist die Formel 1 noch zeitgemäß?

In Spielberg findet dieses Wochenende wieder das große Formel-1-Spektakel statt. Doch immer häufiger wird in letzter Zeit die Frage aufgeworfen: Hat der Motorsport überhaupt noch eine Berechtigung? Diskutieren Sie mit!

Ist die Formel 1 noch zeitgemäß? Nein, würden wohl viele Umweltschützer sagen. Aber nicht nur sie: Laut einer Umfrage der deutschen Nachrichtenagentur „dpa" fand 2019 knapp die Hälfte der Deutschen, die Formel 1 habe als Sport ausgedient. Schätzungen zufolge verbraucht ein Formel-1-Auto an einem Rennwochenende mehr Benzin als ein normales Auto im ganzen Jahr. Doch schon bevor die Debatte um den Klimawandel an Fahrt aufgenommen hatte, fragten sich viele, ob man Rennsport überhaupt als Sport bezeichnen kann. Außerdem gibt es mit Formel E und Co. mittlerweile interessante Alternativen.

Ist die Formel 1 noch zeitgemäß? Ja, würden die Fans sagen. Denn noch immer begeistern sich viele für das Spektakel. 300.000 Zuschauer werden am Rennwochenende in Spielberg erwartet, erstmals sind auch alle Campingplätze ausgebucht. Tourismus und Hotellerie vermelden Rekordbuchungen. Markku Datler berichtet.

Die Verantwortlichen am Red Bull Ring appellieren an die Besucher, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad anzureisen, von echten "Green Events" ist man schon noch sehr weit davon entfernt. Zahlen aus dem Frühjahr 2022 zeigen unterdessen aber auch: Im Vergleich zu einer Fußball-WM fällt der CO2-Fußabdruck der Formel 1 geringer aus. In der Saison 2019 wurden nach Angaben der Rennserie 256.551 Tonnen CO2 verblasen. Bei einer Fußball-WM fällt ungefähr zehnmal so viel Kohlendioxid an. Der größte Treiber ist dabei eindeutig die Reisetätigkeit. Vom jährlichen CO2-Ausstoß in der Formel 1 gehen nur 0,7 Prozent auf die Rennautos zurück, 72,7 Prozent sind eigenen Daten zufolge der Logistik und den Reisen zuzuschreiben. Externe Schätzungen stützen das annähernd. Autos, Komponenten, die „Motorhomes", nicht zuletzt das Personal jetten fast im Zwei-Wochen-Rhythmus um die Welt. 

Und da gibt es ja auch noch das Aus für Verbrennungsmotoren, das die EU kürzlich für das Jahr 2035 beschlossen hat. Doch noch sind viele Fragen offen. Wie lange Behörden Motorsport-Wettbewerbe mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren erlauben werden, ist ebenfalls noch unklar. 

(sk)

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