Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

US-ECONOMY-CRYPTO-BITCOIN
Bitcoin & Blockchain

Plebs, Sats, orange Pille? Ein Bitcoin-Glossar

Der Szenejargon der Bitcoin-Community wirkt auf Außenstehende mitunter eigentümlich.

Kritiker meinen oft, Bitcoiner wären eine Sekte: eine fanatische Gruppe von Anhängern mit Erkennungszeichen (Laseraugen) und eigenem Credo („Bitcoin fixes this!“), in der jede Art von Kritik als Unwissenheit oder Ketzerei abgetan wird.
Nicht jeder versteht, warum die Idee eines knappen und manipulationssicheren digitalen Zahlungsmittels so enorme Begeisterung hervorruft. Einige irritiert aber auch der bisweilen verschwörungstheoretisch anmutende Szenejargon der Bitcoin-Community. Im Folgenden daher ein paar Begriffserklärungen.

21

Diese Zahl ist eine Anspielung auf die Knappheit von Bitcoins. Mehr als 21 Millionen Einheiten wird es nie geben. Seit 2009 wurden 19  Millionen Bitcoins geschürft. Da die Herstellung sukzessive verlangsamt wird, wird es erst um das Jahr 2140 herum knapp 21 Millionen Bitcoins geben.

Fiat-System

So nennen Bitcoin-Fans das gegenwärtige Dollar- bzw. Euro-Geldsystem, zu dem Bitcoin ein Gegenentwurf sein soll. „Fiat“ bedeutet „Es werde!“. So wie Gott die Welt aus dem Nichts erschafft, indem er „Es werde Licht!“ spricht, so schaffen die Notenbanken ungedecktes Geld aus dem Nichts, was beliebig inflationiert werden kann. Auf diese Weise wird Sparen verunmöglicht, Menschen werden in Staatsabhängigkeit getrieben. Bitcoin dagegen ist knapp und manipulationssicher, soll den Menschen Planung erleichtern und Freiheit ermöglichen.

Genesis-Block

Bitcoin-Gründer Satoshi Nakamoto, dessen Identität noch ungeklärt ist, hat 2008 das Bitcoin-Whitepaper veröffentlicht und Anfang 2009 den ersten Block auf der Blockchain (dem Kassenbuch von Bitcoin) erstellt, den „Genesis-Block“. Damit hat er Bitcoin erschaffen. Bitcoin-Miner hängen seitdem alle zehn Minuten einen neuen Block an die Blockchain an. 2011 verschwand Satoshi und entließ sein Werk in die totale Unabhängigkeit. Die rund eine Million Bitcoins, die ihm gehören, hat er seitdem nie angerührt.

Kaninchenbau

Bitcoin-Fans sprechen oft davon, dass sie immer tiefer in den Kaninchenbau eindringen, je mehr sich sich mit Bitcoin beschäftigen: Es geht um Geldtheorie, Mathematik, Physik, Ökonomie, Philosophie oder Informatik; man kommt von einer Richtung und entdeckt alle anderen. Bei der Metapher vom Kaninchenbau handelt es sich um einen Verweis auf den Roman „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll. Die Protagonistin fällt dort in einen Kaninchenbau und gelangt in eine ganz andere Welt, in der eigene Regeln gelten.

„Not your key, not your coin.“

Viele Anleger kaufen Bitcoins an einer Kryptobörse und lassen sie dort „liegen“, überlassen also der Börse die Schlüssel zu ihren Bitcoins. Das ist freilich nicht im Sinne der Erfinder, die ein dezentrales Peer-to-Peer-Zahlungssystem ohne Intermediäre schaffen wollten. Eingefleischte Bitcoiner vertreten die Meinung, dass man nicht sagen könne, man habe Bitcoins, wenn man sie nicht auf einem eigenen Wallet (App, Hardware-Gerät, Papier) hat, zu dem man nur selbst die Schlüssel hält. Denn nur dann kann keine Zentralinstanz und vor allem kein Staat zugreifen. Allerdings: Wer die Schlüssel zum eigenen Wallet verloren hat, dem kann auch niemand dabei helfen, wieder auf seine Bitcoins zuzugreifen.

Orange Pille

Im Film „Matrix“ (1999) haben Maschinen die Macht übernommen, während die schlafenden Menschen in einer Art Traumwelt festgehalten werden. Der Protagonist Neo wird vor die Wahl gestellt, eine blaue Pille zu schlucken und in der Traumwelt zu bleiben oder eine rote Pille einzunehmen und die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist. Bitcoiner sagen oft, sie hätten die orange Pille geschluckt und würden nun erkennen, was das gegenwärtige Geldsystem bedeutet und warum Bitcoin die Lösung ist.

Plebs

Bitcoiner nennen sich selbst Plebs, eine Bezeichnung für das gemeine Volk im alten Rom. Sie verstehen sich als die breite Masse, die vielen, die das Bitcoin-System voranbringen.

Sats

100 Millionen Sats (Satoshis) sind ein Bitcoin. Ein Bitcoin kostete zuletzt 21.000 Dollar. Das ist nur ein Drittel des Höchstkurses vom Vorjahr, aber für die Plebs nicht immer sofort leistbar. Man „stackt“ (stapelt) daher Sats.

Wholecoiner

Ein Wholecoiner hat es geschafft. Er besitzt 100 Millionen Sats oder eine ganze Bitcoin-Einheit. Da es weltweit mehr als 21 Millionen Dollarmillionäre gibt, wird sich nie jeder von ihnen ein Bitcoin leisten können.

Was Sie beachten sollten bei ... Bitcoin

Bitcoin wurde 2009 als knappes und manipulationssicheres digitales Zahlungsmittel erschaffen. Seitdem wird es geliebt und angefeindet – und ruft auch Spekulanten auf den Plan.


Tipp 1

Volatilität. Seit es Bitcoin gibt, ist sein Preis stark gestiegen, schwankt aber enorm. Wenn sich Bitcoin weltweit durchsetzt, und sei es nur als Wertaufbewahrungsmittel wie Gold, hat es Potenzial nach oben. Alle Bitcoin kosten derzeit 400 Mrd. Dollar, allein Apple bringt es auf einen Börsenwert von 2,33 Billionen. Doch kann Bitcoin auch scheitern – oder etwas dazwischen.

Tipp 2

Kryptobörse. Wer Bitcoin haben will und nicht selbst in der Lage ist, sie zu schürfen (was heutzutage mit herkömmlichen Rechnern gar nicht mehr geht), kann sie kaufen, üblicherweise an einer Kryptobörse wie Binance, Coinbase oder Kraken. Es gibt auch österreichische Anbieter wie Bitpanda, Coinfinity, 21Bitcoin etc. Dort kann man die Bitcoin „liegen lassen“.

Tipp 3

Wallet. Eingefleischte Bitcoiner raten aber, die Schlüssel zu seinen Bitcoin selbst zu halten, und zwar auf einer eigenen Wallet (digitalen Geldbörse). Denn Börsen sind schon gehackt worden, auch können Dritte (etwa der Staat) leichter auf Börsen zugreifen als auf selbstverwaltete Wallets. Wer seine Bitcoin selbst verwahrt, darf aber seine Schlüssel keinesfalls verlieren.

Tipp 4

Schlüssel (Keys). Die Schlüssel zu seinen Bitcoin kann man auf einer App-oder Hardware-Wallet aufbewahren. Neben einem Public Key (Adresse) hat man dann einen geheimen Private Key, mit dem man über die Bitcoin verfügen kann. Meist wird auch ein Seed (12 oder 24 Wörter) generiert. Mit diesem kann man notfalls auch außerhalb der Wallet auf seine Bitcoin zugreifen.