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Interview

WFP-Direktor Martin Frick: "60 Prozent des Hungers ist Folge von Kriegen"

345 Millionen Menschen hungern.
345 Millionen Menschen hungern.(c) Reuters
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Martin Frick, Direktor des Welternährungsprogramms, spricht über die Brennpunkte der Lebensmittelkrise: „345 Millionen Menschen hungern.“

Die Presse: In Odessa hängen mehr als 20 Millionen Tonnen Getreide fest. Die Lebensmittelpreise gehen durch die Decke. Wie stark verschärft der Ukraine-Krieg die globale Hungerkrise?

Martin Frick: Wir hatten schon vor dem Ukraine-Krieg eine höchst schwierige Situation. Von 2019 bis Dezember 2021 stieg die Anzahl der Menschen, die akut von Hunger bedroht waren, von 135 Millionen auf 276 Millionen. Und dann kam der russische Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar. Schlagartig waren zwölf Prozent der global gehandelten Kalorien beeinträchtigt von diesem Krieg. Denn Russland ist die Nummer eins der Weizenproduzenten und Ukraine Nummer fünf. Das führte zu einer Preisexplosion für Grundnahrungsmittel auf dem Weltmarkt – bis hin zu Hülsenfrüchten. Inzwischen hungern weltweit 345 Millionen Menschen akut.

Wären trotz der Engpässe weltweit genug Lebensmittel vorhanden, um Menschen in besonders notleidenden Ländern zu ernähren? Haben wir es vor allem mit einem Preisproblem zu tun?

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